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Das deutsche Wort Zoll ist ein vielseitiger Begriff mit zwei klar unterscheidbaren Hauptbedeutungen, deren Interpretation stark vom jeweiligen Kontext abhängt: Es bezeichnet das Zollwesen (staatliche Abgaben und Behörden) und eine historische Maßeinheit für Länge, ähnlich dem englischen "inch".

Die Duale Natur des Wortes "Zoll"

Zoll als Zollwesen (Customs and Duty)

In seinem primären Gebrauch bezieht sich Zoll auf die staatliche Institution und die Abgaben beim Grenzübertritt von Waren. Im Plural, "Zölle", sind dies Zollgebühren oder Import- und Exportabgaben, die auf Güter erhoben werden. Diese Zölle dienen der Staatseinnahmen oder dem Schutz heimischer Industrien.

Das Zollamt ist die offizielle Behörde für die Zollabfertigung an den Grenzen; ein Zöllner führt die Kontrollen durch. Man muss oft "durch den Zoll" gehen oder Waren "verzollen" (Abgaben entrichten). "Zollfrei" bedeutet keine Abgaben. Eine "Zollunion" ist ein Staatenzusammenschluss mit einem einheitlichen Zollgebiet ohne Binnenzölle.

Zoll als Maßeinheit (Inch)

Die zweite Bedeutung von Zoll ist eine Maßeinheit für die Länge, die dem englischen "inch" entspricht: exakt 2,54 Zentimeter. Obwohl das metrische System in Deutschland offiziell ist, hat sich der Begriff Zoll in speziellen Bereichen gehalten. Hauptsächlich bei Bildschirmdiagonalen (z.B. ein 27-Zoll-Monitor), aber auch bei Rohrgrößen oder Reifengrößen, oft durch internationale Normen beeinflusst. Historisch leitet sich der Zoll vom germanischen Wort für Daumen ab, was seine Ursprünge als „Daumenbreite“ erklärt. In diesen Kontexten ist die umgangssprachliche Nutzung des Zoll weiterhin verbreitet.

Zusammenfassend ist der Kontext entscheidend, um die korrekte Bedeutung von Zoll zu erfassen.

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