Was ist MER? Definition und Berechnung
MER steht für Marketing Efficiency Ratio und setzt den gesamten Umsatz eines Zeitraums ins Verhältnis zu den gesamten Marketingausgaben. Anders als der ROAS betrachtet die Kennzahl nicht einzelne Kampagnen, sondern den Shop als Ganzes. Sie wird deshalb auch Blended ROAS genannt.
Die Formel: Gesamtumsatz geteilt durch Gesamt-Werbeausgaben. Machst du in einem Monat 100.000 Euro Umsatz bei 20.000 Euro Werbebudget, liegt der MER bei 5,0.
Warum diese Kennzahl an Bedeutung gewonnen hat
Seit Tracking-Einschränkungen durch iOS-Updates, Cookie-Banner und Werbeblocker greift die plattformseitige Attribution weniger zuverlässig. Werbekonten melden Conversions, die sie sich selbst zuschreiben, wodurch sich die ROAS-Werte mehrerer Kanäle zu mehr addieren, als der Shop tatsächlich umgesetzt hat.
Der MER umgeht dieses Problem, weil er nur zwei Zahlen braucht, die beide zweifelsfrei feststehen: den Umsatz aus deinem Shopsystem und die Rechnungssummen der Werbeplattformen. Attribution spielt keine Rolle.
Wofür der MER nicht taugt
Weil er alles zusammenfasst, sagt er nichts darüber, welcher Kanal funktioniert. Für Budgetentscheidungen zwischen zwei Kampagnen bleibt der kanalbezogene ROAS nötig. Auch verschiebt organischer Traffic das Bild: Steigt dein SEO-Umsatz, verbessert sich der MER, ohne dass die Werbung besser geworden wäre.
In der Praxis führen viele Händler beide Werte parallel. Der MER zeigt, ob das Geschäft insgesamt gesund ist, der ROAS steuert die Verteilung innerhalb der Kanäle.
« Zurück zum Glossar-Index