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Profitmaximierung ist ein fundamentaler Begriff der Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Volkswirtschaftslehre (VWL), der das Streben eines Unternehmens nach dem höchstmöglichen Gewinn beschreibt. Es gilt als zentrales Unternehmensziel in kapitalistischen Wirtschaftssystemen.

Dieses Ziel basiert auf der Annahme rationalen Handelns: Alle unternehmerischen Entscheidungen – von Preisgestaltung über Produktionsmenge bis zu Investitionen – zielen darauf ab, die Differenz zwischen Erlösen (Umsatzoptimierung) und Kosten (Kostenminimierung) zu maximieren.

Ökonomisch präzise wird dies erreicht, indem die Produktion bis zu dem Punkt ausgedehnt wird, an dem der Grenzumsatz (der zusätzliche Erlös aus der Produktion einer weiteren Einheit) den Grenzkosten (die zusätzlichen Kosten für die Produktion dieser Einheit) entspricht. An diesem Punkt ist der Gesamtgewinn am größten.

Im deutschen Kontext streben insbesondere börsennotierte Konzerne (wie Aktiengesellschaften) explizit die Profitmaximierung an, um den Shareholder Value zu steigern. Gleichzeitig wird das Konzept zunehmend kritisch betrachtet. Moderne Unternehmensführung berücksichtigt erweiterte Ziele wie Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung (CSR), sowie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, die im Konflikt zur reinen Profitmaximierung stehen können.

Man unterscheidet zwischen kurzfristiger und langfristiger Profitmaximierung. Während erstere oft Investitionen oder Qualitätsstandards vernachlässigt, wird letztere durch nachhaltige Strategien, Kundenbindung und Innovation erreicht. Trotz dieser Kritik bleibt die Profitmaximierung ein grundlegendes Analysewerkzeug und eine wesentliche Antriebsfeder des Wirtschaftslebens.

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