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Google KI-Modus: 77 % der Produktfeeds haben Lücken

von Dominik Reuter | Okt. 2, 2026

Google KI-Modus: 77 % der Produktfeeds haben Lücken

Channable hat die Produktfeeds von 9.689 Unternehmen auf seiner Plattform geprüft. Die Frage war, ob Googles KI-Shopping mit diesen Daten etwas anfangen kann. 77 Prozent kamen auf weniger als 60 von 100 Punkten, und nicht einmal ein Prozent erreichte 80 Punkte. Ab diesem Wert gelten Produktdaten laut Channable als vollständig für KI-Agenten aufbereitet.

Die Zahlen hat ChannelX veröffentlicht, auf Deutsch berichtet etailment. Für dich ist vor allem interessant, welche Daten da fehlen. Vieles davon kannst du selbst nachtragen, auch ohne Channable.

Was der Check misst

Das sogenannte AI Readiness Audit schaut, ob im Feed die Attribute ausgefüllt sind, die Googles KI-Oberflächen nutzen, also der KI-Modus in der Google-Suche und Gemini. Wer unter 60 Punkten liegt, hat laut Channable fehlende, unvollständige oder widersprüchliche Produktangaben. Gewichtet wird nach Googles Vorgaben dazu, welche Produktdaten die KI-Funktionen verwenden.

Channable-Mitgründer Robert Kreuzer sagt, vor einem Jahr habe Feed-Optimierung bedeutet, für Google-Shopping-Anzeigen zu optimieren. 2026 entschieden dieselben Daten darüber, ob KI-Systeme die Produkte eines Händlers verstehen, vergleichen und verkaufen können.

Geprüft wurden nur Channable-Kunden, laut ChannelX gehören auch Marken wie Asics und Samsung dazu. Also Händler, die ihre Feeds mit einem eigenen Werkzeug pflegen. Wie kleine Shops abschneiden, die ihren Feed nur über eine Shop-App ausspielen, zeigt die Auswertung nicht. Besser dürften sie kaum dastehen.

Sechs Felder, die Google für den KI-Modus eingeführt hat

Für die KI-Funktionen gibt es im Merchant Center eine eigene Gruppe von Feldern, die konversationellen Attribute. Es sind sechs:

  • Fragen und Antworten zum Produkt (question_and_answer)
  • ein Link zu Produktdokumenten wie einer Bedienungsanleitung (document_link)
  • verwandte Produkte aus deinem Sortiment, etwa Zubehör, Ersatzteile oder Alternativen (related_product)
  • ein gemeinsamer Titel für alle Varianten eines Produkts (item_group_title)
  • die Merkmale, in denen sich die Varianten unterscheiden (variant_option)
  • ein Beliebtheitsrang zwischen 0 und 100 (popularity_rank)

Alle sechs sind laut Google vollkommen optional und haben keinen Einfluss darauf, ob deine Produkte freigegeben werden. Was schon in Beschreibung, Produkt-Highlights oder Produktdetails steht, musst du nicht doppelt einreichen. Ausprobieren kostet dich also nur Zeit.

Den KI-Modus gibt es seit Oktober 2025 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie stark er hierzulande schon auf diese Felder zugreift, sagt Google nicht.

Fragen und Antworten: der einfachste Einstieg

Wenn du nur ein Feld angehst, nimm dieses. Die Fragen kennst du aus Kundenmails, Bewertungen und Retourengründen. Ist die Lampe dimmbar? Wie lang ist das Kabel? Was ist im Lieferumfang? Im KI-Modus können Käufer genau so fragen, und mit diesem Feld steht die Antwort schon in deinen Produktdaten.

Google erlaubt bis zu 30 Frage-Antwort-Paare pro Produkt. Frage und Antwort dürfen jeweils 1.000 Zeichen lang sein, alles zusammen höchstens 10.000. In den Vorgaben zum Feld schließt Google zeitgebundene Angaben wie Preise oder Daten aus, ebenso Keyword-Listen und irreführende Informationen. Erwünscht sind technische Angaben, Inhaltsstoffe, Packungsinhalt und sachliche Hinweise zur Verwendung.

Für Dropshipper ist das der heikle Punkt. Die Produkttexte vom Lieferanten sind oft dünn, und eine geratene Antwort ist schnell eine irreführende. Beantworte nur, was du selbst prüfen konntest, und lass den Rest weg.

Varianten, Zubehör, Beliebtheit

Verkaufst du ein Shirt in fünf Farben und vier Größen, sind das im Merchant Center zwanzig einzelne Artikel. Mit dem Gruppentitel und der Varianten-Option zeigst du Google, dass sie zusammengehören und worin sie sich unterscheiden. Die Gruppe selbst legst du wie bisher über die Artikelgruppen-ID fest.

Bei den verwandten Produkten gibst du an, wie zwei Artikel zusammenhängen. Google nennt als Beispiele die Handyhülle, die oft mit dem Handy gekauft wird, oder die Batterie, ohne die eine Lampe nicht funktioniert. Verknüpfen kannst du nur Produkte, die du selbst im Sortiment hast.

Der Beliebtheitsrang ist eine Zahl zwischen 0,0 und 100,0. Je höher sie ist, desto besser verkauft sich das Produkt im Vergleich zu deinem übrigen Sortiment. Google rät, den Wert anzupassen, wenn sich die Verkäufe deutlich ändern.

So kommen die Daten in den Feed

Google empfiehlt dafür eine zusätzliche Datenquelle. Du musst also nicht an deinen Hauptfeed oder dein Shop-Plugin. Eine Tabelle mit der Artikel-ID und den neuen Feldern reicht, das Merchant Center ordnet die Werte über die ID zu. Die Felder gehen auch über die primäre Datenquelle oder die Merchant API.

Warum Produktdaten für KI-Agenten überhaupt so wichtig werden, steht in unserem Beitrag zu Agentic Commerce. Um die Seite deines Shops, also Texte, strukturierte Daten und Erwähnungen, geht es im Ratgeber zur GEO-Optimierung für Online-Shops.

Was du diese Woche erledigen kannst

Nimm deine zehn meistverkauften Produkte. Sammle für jedes fünf echte Kundenfragen und schreib sachliche Antworten ohne Preise und ohne Werbesprache.

Leg im Merchant Center eine zusätzliche Datenquelle an: Artikel-ID, Fragen und Antworten und ein Beliebtheitsrang aus deinen Verkaufszahlen. Prüf danach, ob deine Varianten einen gemeinsamen Gruppentitel haben.

Kommt dein Feed aus einer Shop-App, schau nach, ob sie die neuen Felder schon kennt. Wenn nicht, ist die Zusatztabelle der schnellere Weg.

Dominik Reuter

Dominik Reuter

Ich verbinde akademisches Fundament (B.Sc. E-Commerce, THWS Würzburg-Schweinfurt) mit echter Praxis-Erfahrung. Durch eigene Launches und die Arbeit mit Top-Marken verstehe ich die Herausforderungen moderner Webshops – von der UX bis zum Fulfillment. Datengetrieben, strategisch, umsetzungsstark.