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Omnisend: Instagram-Kommentare werden zu Newsletter-Abos

von Dominik Reuter | Okt. 30, 2026

Omnisend: Instagram-Kommentare werden zu Newsletter-Abos

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Fuer rechtliche Fragen wende dich bitte an einen qualifizierten Rechtsanwalt.

Wer vor Black Friday seine Newsletter-Liste vergrößern will, bekommt von Omnisend ein neues Werkzeug. Mit Social Capture wird aus einem Instagram-Kommentar ein E-Mail-Kontakt.

Für Händler in Deutschland hat die Funktion einen Haken. Die Kontakte landen ohne Double-Opt-In auf der Liste, und ohne dieses Verfahren kannst du eine Einwilligung im Streitfall kaum beweisen.

Was Omnisend vorgestellt hat

Omnisend ist eine Plattform für E-Mail-Marketing und SMS, die sich an Onlineshops richtet. Am 28. Oktober hat das Unternehmen per Pressemitteilung drei Neuerungen für die Weihnachtssaison angekündigt.

Neben Social Capture sind das spielerische Pop-ups wie Rubbellose oder eine Mystery Box und eine KI-gestützte Wahl der Versandzeit. Beides gibt es nur im Pro-Tarif, die Versandzeit auch als Zusatzpaket.

Social Capture steht allen Kunden mit bezahltem Tarif zur Verfügung. Der günstigste davon, Standard, kostet laut Preisseite 16 US-Dollar im Monat für 500 Kontakte.

So funktioniert Social Capture

Du verbindest ein Instagram-Geschäfts- oder Creator-Konto mit Omnisend und legst bis zu drei Stichwörter fest. Schreibt jemand eines davon unter einen Beitrag, ein Reel oder in eine Direktnachricht, fragt Omnisend automatisch per DM nach der E-Mail-Adresse.

Gibt die Person eine gültige Adresse an, landet sie mit dem Status „Abonniert“ und einem Tag deiner Wahl in Omnisend. So beschreibt es der Hilfeartikel von Omnisend. Ein paar Regeln daraus solltest du kennen:

  • Nach dem Stichwort hat die Person 48 Stunden Zeit, ihre Adresse zu schicken.
  • Eine Erinnerung lässt sich höchstens 23 Stunden später einplanen, weil Instagram Antworten nur innerhalb von 24 Stunden nach der letzten Nachricht der Person erlaubt.
  • Das Stichwort greift auch mitten in einem längeren Kommentar, Groß- und Kleinschreibung spielen keine Rolle.
  • Gesammelt werden nur E-Mail-Adressen, keine Handynummern für SMS.

Für Black Friday liegt der Einsatz nahe. Du kündigst im Post an, dass es den Rabattcode per DM gibt, wenn jemand ein bestimmtes Wort kommentiert.

Der Haken: kein Double-Opt-In

In Deutschland musst du als Werbender beweisen, dass ein Empfänger eingewilligt hat. Der BGH verlangt, dass du die konkrete Einwilligung jedes einzelnen Verbrauchers vollständig dokumentierst (Urteil vom 10.02.2011, I ZR 164/09).

Ein einfaches Eintragen der Adresse reicht dafür laut IT-Recht Kanzlei nicht, weil es nicht sicherstellt, dass die Adresse der Person gehört, die sie eingetragen hat. Die Kanzlei sieht im Double-Opt-In mit Bestätigungsklick die einzige Möglichkeit, eine Einwilligung beweiskräftig einzuholen.

Genau diesen Schritt beschreibt Omnisend für Social Capture nicht. Die Person schickt ihre Adresse per DM und bekommt eine Bestätigung im Chat, eine Bestätigungs-E-Mail ist nicht vorgesehen.

Was das alternative Double-Opt-In leistet

Für Kontakte, die nicht über eigene Formulare kommen, bietet Omnisend ein sogenanntes alternatives Double-Opt-In an. Eine Automation verschickt eine Bestätigungs-E-Mail und setzt den Kontakt erst nach dem Klick auf „Abonniert“.

Gedacht ist das für Kontakte, die zunächst als nicht abonniert hereinkommen. Social Capture setzt den Status aber sofort auf „Abonniert“. Ob sich beides kombinieren lässt, steht in den Hilfeseiten nicht.

Auch die DM ist elektronische Post

Nachrichten über soziale Netzwerke zählen rechtlich zur elektronischen Post. Werbung darüber ist nach einem Beschluss des OLG Hamm vom 03.05.2023 (18 U 154/22) grundsätzlich nur mit vorheriger Einwilligung zulässig, wie die IT-Recht Kanzlei zusammenfasst.

Die erste DM fordert die Person selbst an, indem sie das Stichwort schreibt. Halte die automatischen Nachrichten trotzdem knapp: Frage nach der Adresse, Einwilligungstext, Bestätigung. Rabatte und Angebote gehören in den Newsletter, wenn die Einwilligung sauber vorliegt.

Was du vor dem Start erledigen solltest

  1. Frag beim Omnisend-Support nach, ob Instagram-Kontakte durch ein Double-Opt-In laufen können, bevor sie Werbung bekommen. Lass dir die Antwort schriftlich geben.
  2. Schreib den Einwilligungstext vollständig. Laut IT-Recht Kanzlei gehören dein Unternehmen, die Art der Werbung, die beworbenen Produkte und der Hinweis auf den jederzeitigen Widerruf hinein.
  3. Gib Instagram-Kontakten ein eigenes Tag. So kannst du sie getrennt halten und bis zur Klärung aus Kampagnen herausnehmen.
  4. Speichere Wortlaut und Datum jedes Einwilligungstextes, den du verwendest. Was die Gerichte sonst noch als Nachweis verlangen, steht in unserem Beitrag zur Newsletter-Beweispflicht.
Dominik Reuter

Dominik Reuter

Ich verbinde akademisches Fundament (B.Sc. E-Commerce, THWS Würzburg-Schweinfurt) mit echter Praxis-Erfahrung. Durch eigene Launches und die Arbeit mit Top-Marken verstehe ich die Herausforderungen moderner Webshops – von der UX bis zum Fulfillment. Datengetrieben, strategisch, umsetzungsstark.