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Zahlungsarten 2026: Apple Pay holt auf, PayPal bleibt vorn

von Dominik Reuter | Sep. 30, 2026

Zahlungsarten 2026: Apple Pay holt auf, PayPal bleibt vorn

Ein Kunde hat den Warenkorb gefüllt, klickt auf „Zur Kasse“ und findet dort nicht die Zahlungsart, die er sonst immer nutzt. Ein Teil dieser Kunden tippt dann eben die Kreditkarte ein. Ein anderer Teil schließt den Tab.

Welche Zahlungsarten Kunden in Deutschland inzwischen gewohnt sind, zeigt der neue E-Commerce-Report Deutschland 2026 des EHI, den das Institut am 29. September vorgestellt hat.

Was die großen Shops anbieten

Das EHI hat dafür die 1.000 bedeutendsten B2C-Shops und Marktplätze in Deutschland aus Kundensicht untersucht. So viele der Anbieter hatten die jeweilige Zahlungsart im Checkout:

  • Kreditkarte: 96,6 Prozent
  • PayPal: 96,3 Prozent
  • Rechnungskauf: 81,7 Prozent
  • Apple Pay: 49,0 Prozent, im Vorjahr 37,8 Prozent
  • Ratenkauf oder Finanzierung: 45,9 Prozent
  • Google Pay: 32,0 Prozent, im Vorjahr 23,1 Prozent
  • Wero: 3,0 Prozent

Rechnet man alle Wallets zusammen, also PayPal, Apple Pay, Google Pay und Co., kommen sie auf 97,2 Prozent. Bei den Kreditkarten führen Visa und Mastercard mit jeweils gut 94 Prozent, American Express ist bei 52,3 Prozent der Shops dabei.

Die eigentliche Bewegung: Apple Pay und Google Pay

PayPal, Kreditkarte und Rechnung sind seit Jahren gesetzt. Interessant ist, was sich verschoben hat. Apple Pay hat innerhalb eines Jahres gut elf Prozentpunkte zugelegt und ist jetzt in fast jedem zweiten der untersuchten Shops verfügbar. Google Pay kam auf knapp neun Punkte mehr.

Der Grund liegt aus unserer Sicht auf der Hand: Wer auf dem Handy einkauft, bestätigt bei Apple Pay oder Google Pay die Zahlung mit Fingerabdruck oder Gesicht, statt eine Kartennummer einzutippen. Je mehr Käufe mobil passieren, desto stärker fällt dieser Unterschied ins Gewicht.

Was das für deinen Shop heißt

Eine Einschränkung vorweg: Die Studie zeigt, was große Shops anbieten. Wie viele Kunden abbrechen, wenn ihre Zahlungsart fehlt, misst sie nicht. Sie zeigt aber, woran sich deine Kunden bei den Großen gewöhnt haben, und mit diesem Maßstab kommen sie auch in deinen Shop.

Als Basis würden wir PayPal und Kreditkarte ansehen. Beides bieten fast alle großen Shops an, und wer eines davon weglässt, verliert Käufer ohne Not.

Apple Pay und Google Pay sind der nächste Schritt. Bei vielen Shopsystemen und Zahlungsanbietern lassen sie sich ohne großen Aufwand zuschalten. Prüf, ob das bei deinem Setup schon möglich ist und nur noch nicht aktiviert wurde.

Rechnungskauf: ja, aber nicht auf eigenes Risiko

Über 80 Prozent der großen Shops bieten Kauf auf Rechnung an, entsprechend oft wird ihn auch ein Kunde bei dir suchen. Für Dropshipper hat er aber einen Haken: Du bezahlst deinen Lieferanten, bevor die Ware verschickt wird. Wenn du selbst auf Rechnung verkaufst, gehst du also zweimal in Vorleistung, und zahlt der Kunde nicht, bleibst du auf beidem sitzen.

Wenn du Rechnungskauf anbietest, dann über einen Zahlungsdienstleister, der dir den Betrag sofort auszahlt und das Ausfallrisiko trägt. Das kostet Gebühren, schützt dich aber vor offenen Forderungen, die du als kleiner Shop kaum eintreiben kannst.

Und Wero?

Das europäische Bezahlsystem wurde in diesem Jahr erstmals separat erfasst und ist bei 3 Prozent der untersuchten Anbieter verfügbar. Warum Wero im Handel bisher kaum ankommt, haben wir im Frühjahr in unserem Beitrag zu Wero erklärt. Nach unserer Einschätzung musst du hier im Moment nicht handeln, solltest die Zahlen aber im Auge behalten.

Dein Check für heute

Öffne deinen eigenen Shop auf dem Handy, leg ein Produkt in den Warenkorb und geh bis zur Zahlungsauswahl. Schau, welche Optionen dort tatsächlich erscheinen, und ob Apple Pay oder Google Pay angezeigt werden.

Mehr Zahlungsarten sind dabei nicht automatisch besser. Eine lange Liste mit Optionen, die kaum jemand nutzt, macht den Checkout unübersichtlich. Auf Shopify kannst du mit Apps wie PaymentHero festlegen, wann welche Zahlungsart angezeigt wird.

Mach zum Schluss einen Testkauf mit der Zahlungsart, die du zuletzt hinzugefügt hast. Scheitert eine angezeigte Zahlungsart, verlierst du den Kauf genau in dem Moment, in dem der Kunde schon bezahlen wollte. Die Zusammenfassung der Studie findest du auch bei etailment.

Dominik Reuter

Dominik Reuter

Ich verbinde akademisches Fundament (B.Sc. E-Commerce, THWS Würzburg-Schweinfurt) mit echter Praxis-Erfahrung. Durch eigene Launches und die Arbeit mit Top-Marken verstehe ich die Herausforderungen moderner Webshops – von der UX bis zum Fulfillment. Datengetrieben, strategisch, umsetzungsstark.