Was ist eine Warenwirtschaft? Definition
Eine Warenwirtschaft (kurz WaWi) ist das System, das den Weg der Ware im Unternehmen abbildet: Einkauf, Wareneingang, Bestände, Verkauf, Versand und Retouren. Sie ist im Handel die zentrale Datenquelle für alles, was mit physischen Artikeln zu tun hat.
Im DACH-Raum ist der Begriff geläufiger als das international übliche ERP. Die Abgrenzung ist fließend: Ein ERP umfasst zusätzlich Bereiche wie Buchhaltung, Personal und Produktion, eine Warenwirtschaft konzentriert sich auf den Warenfluss.
Welche Aufgaben sie übernimmt
Typisch sind die Bestandsführung über alle Lagerorte, die Zusammenführung von Bestellungen aus Shop und Marktplätzen, die Erzeugung von Rechnungen und Lieferscheinen, die Anbindung der Versanddienstleister und die Übergabe der Belege an die Buchhaltung.
Der entscheidende Punkt im Mehrkanalvertrieb ist der gemeinsame Bestand. Verkaufst du denselben Artikel im Shop und auf zwei Marktplätzen, muss ein Verkauf sofort überall abgezogen werden. Ohne diese Synchronisierung entstehen Überverkäufe, die auf Marktplätzen die Kontoleistung belasten.
Ab wann sich ein System lohnt
Solange du einen Kanal und wenige Bestellungen am Tag hast, reicht das Shopsystem. Kritisch wird es beim zweiten Verkaufskanal, bei mehreren Lagerorten, bei Chargen oder Seriennummern und bei Artikelzahlen, die manuelle Pflege ausschließen.
Ein zweites Signal ist die Buchhaltung: Wenn Belege händisch übertragen werden, kostet das nicht nur Zeit, sondern erzeugt Fehler, die bei einer Prüfung teuer werden können.
Auswahlkriterien
Wichtiger als der Funktionsumfang sind die vorhandenen Schnittstellen zu deinem Shopsystem, deinen Marktplätzen, deinen Versanddienstleistern und deiner Buchhaltungssoftware. Fehlt eine davon, entsteht genau die manuelle Lücke, die das System eigentlich schließen sollte.
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