Was ist ein PIM-System? Definition
PIM steht für Product Information Management. Ein solches System bündelt alle beschreibenden Produktdaten an einer zentralen Stelle: Titel, Beschreibungen, technische Merkmale, Bilder, Videos, Übersetzungen und kanalabhängige Varianten dieser Angaben.
Von dort werden die Daten an Shop, Marktplätze, Produktdatenfeed und Printkataloge ausgeleitet. Die Pflege erfolgt einmal, die Ausspielung mehrfach.
Unterschied zu ERP und Warenwirtschaft
Ein ERP verwaltet die kaufmännische Seite eines Artikels: Bestand, Einkaufspreis, Lieferant, Buchungen. Ein PIM verwaltet die erklärende Seite: alles, was der Kunde sieht. Beide Systeme führen denselben Artikel, aber mit unterschiedlichem Datenbestand, verbunden über die SKU.
Kleinere Händler kommen ohne separates PIM aus, weil Shopsysteme diese Felder mitbringen. Sobald mehrere Kanäle, mehrere Sprachen oder tausende Artikel zusammenkommen, wird die Pflege im Shop jedoch zum Engpass.
Wann sich die Einführung lohnt
Ein deutliches Zeichen ist doppelte Arbeit: Wenn eine geänderte Produktbeschreibung an drei Stellen nachgepflegt werden muss, arbeitet das Sortiment gegen dich. Ebenso, wenn Marktplätze Artikel wegen unvollständiger Attribute ablehnen oder Übersetzungen den Launch in einem neuen Markt verzögern.
Was die Einführung schwierig macht
Der Aufwand liegt selten in der Software, sondern in den Daten. Vor dem Import müssen Attribute vereinheitlicht, Dubletten bereinigt und Zuständigkeiten geklärt werden. Wer ungeprüfte Altdaten übernimmt, bekommt ein zentrales System mit denselben Fehlern, nur an einer Stelle gebündelt.
« Zurück zum Glossar-Index