TL;DR: Sendcloud in 30 Sekunden
- Sendcloud ist eine Versandsoftware aus den Niederlanden: Bestellungen aus Shopify, WooCommerce, Etsy und über 100 weiteren Systemen laufen in einer Oberfläche zusammen, dort erstellst du Labels für DHL, DPD, GLS, UPS und über 170 weitere Paketdienste. Mehr als 30.000 Shops nutzen es.
- Der Gratis-Tarif kostet wirklich nichts: kein Abo, keine Labelgebühr, du zahlst nur das Porto zu Sendclouds vorverhandelten Konditionen. Einen eigenen Vertrag mit DHL brauchst du dafür nicht.
- Bezahlt wird ab dem Lite-Tarif doppelt: 39 € im Monat plus 0,13 € je Label, und das auch dann, wenn du deinen eigenen Paketdienst-Vertrag nutzt. Diese Labelgebühr ist der meistkritisierte Punkt.
- Die Preise sind zuletzt kräftig gestiegen: Der Lite-Tarif kostete im Frühjahr 2025 noch 29 €, heute sind es 39 €. Das sind 34 Prozent mehr in 17 Monaten.
- Nutzer loben die Bedienung und den Zeitgewinn, klagen aber über Nachberechnungen von Zuschlägen und einen Support, der ab 2025 hinter einem KI-Bot steckt. Telefon gibt es erst ab 109 € im Monat.
- Unsere Bewertung: 3,9 von 5. Für Einsteiger ohne eigenen Paketdienst-Vertrag der bequemste Weg, für wachsende Shops eine Kostenfrage.
- Selbst ausprobieren: Sendcloud kostenlos starten – der Gratis-Tarif läuft ohne Zeitlimit.
Solange du fünf Pakete in der Woche verschickst, tippst du die Adressen in der Postfiliale ab und denkst dir nichts dabei. Bei fünf Paketen am Tag wird daraus die Stunde, die du am dringendsten woanders bräuchtest. Genau an diesem Punkt suchen die meisten Shop-Betreiber zum ersten Mal nach einer Versandsoftware, und die meisten landen bei Sendcloud.
Das Versprechen ist einfach: Deine Bestellungen erscheinen automatisch in einer Liste, du markierst sie, klickst auf Drucken, und die Labels für DHL, DPD oder GLS kommen aus dem Drucker. Tracking-Mails an die Kunden, Retourenportal und Paketshop-Auswahl im Checkout gibt es dazu.
Wir haben uns angesehen, was der Gratis-Tarif taugt, wie sich die Preise seit 2025 entwickelt haben, wo die Kostenfallen liegen und was deutsche Händler in Foren und auf Bewertungsportalen berichten. Denn Sendcloud ist zwar der Platzhirsch, aber nicht für jeden Shop die günstigste Lösung.
Unsere Bewertung: 3,9 / 5
Die ausgereifteste Versandsoftware für kleine Shops im DACH-Raum, mit einem Gratis-Tarif, der ohne eigenen Paketdienst-Vertrag funktioniert. Abzüge gibt es für die doppelte Bezahlung aus Abo und Labelgebühr, zwei Preiserhöhungen in anderthalb Jahren, nachträglich berechnete Zuschläge und einen Support, der erst in teuren Tarifen ans Telefon geht.
| Bedienung & Einrichtung | ★★★★½ 4,6 |
| Funktionsumfang | ★★★★½ 4,5 |
| Preis-Leistung | ★★★½☆ 3,5 |
| Preistransparenz | ★★★☆☆ 3,2 |
| Support | ★★★☆☆ 3,2 |
| DACH-Tauglichkeit | ★★★★☆ 4,4 |
🔍 Bewertet nach unserem 5-Kriterien-Testverfahren – jede Note ist nachrechenbar.
Kein Affiliate-Link. Wir verdienen an dieser Empfehlung nichts.
Was ist Sendcloud?
Sendcloud ist eine Software, die zwischen deinem Shop und den Paketdiensten sitzt. Sie holt die Bestellungen aus deinem Shopsystem, erstellt daraus Versandlabels, schickt den Kunden Tracking-Nachrichten und wickelt Rücksendungen ab. Du selbst brauchst dafür keinen einzigen Vertrag mit DHL, DPD oder GLS, weil Sendcloud eigene Konditionen mitbringt. Wer bereits einen Vertrag hat, kann ihn aber einbinden.
Gegründet wurde das Unternehmen 2012 in Eindhoven von drei Gründern, die zuvor selbst einen Onlineshop für Handyzubehör betrieben und sich über den Versand ärgerten. Rob van den Heuvel führt die Firma bis heute. Seit 2016 gibt es eine deutsche GmbH in München, die auch die Rechnungen für deutsche Kunden stellt. Mit rund 440 Mitarbeitenden, über 30.000 angeschlossenen Shops und einem Umsatz von gut 53 Millionen Euro im Jahr 2025 ist Sendcloud der größte Anbieter dieser Art in Europa. 2025 schrieb das Unternehmen erstmals schwarze Zahlen.
Das ist für dich insofern relevant, als dass Sendcloud 2021 rund 150 Millionen Euro Risikokapital aufgenommen hat, unter anderem von SoftBank. Solche Investoren wollen Wachstum sehen, und die Preisentwicklung der letzten anderthalb Jahre passt zu diesem Druck. Dazu später mehr.
Sendcloud im Video
Wie der Ablauf von der Shopify-Bestellung bis zum gedruckten Label aussieht, zeigt dieses deutschsprachige Tutorial einer Händlerin. Die Oberfläche wurde seitdem überarbeitet, der Ablauf ist derselbe geblieben:
Video: Franzy Ma (unabhängiges Tutorial aus Händlersicht, Oktober 2022)
Welche Paketdienste und Shops Sendcloud anbindet
Sendcloud wirbt mit über 170 Paketdiensten, aber für dich zählt, was in Deutschland ohne eigenen Vertrag funktioniert. Die Unterscheidung ist wichtig: Bei manchen Diensten kannst du sofort über Sendclouds Konditionen verschicken, bei anderen musst du einen eigenen Geschäftskundenvertrag mitbringen.
| Paketdienst | Über Sendcloud-Konditionen | Mit eigenem Vertrag |
|---|---|---|
| DHL Paket (Deutschland) | Ja, Kleinpaket ab 3,40 € | Ja, ab Lite |
| DPD | Ja, ab 4,02 bis 4,63 € je nach Tarif | Ja, ab Lite |
| GLS | Ja | Ja, ab Lite |
| UPS | Ja, ab 3,95 € | Ja, ab Lite |
| Hermes | Nein | Nur so |
| Deutsche Post (Warenpost, Brief) | Nein | Nur so |
| Österreichische Post | Ja, ab 4,00 € | Ja, ab Lite |
| Schweizerische Post | Nein | Nur so |
Die angezeigten Preise sind Sendclouds eigene Startpreise (netto). Eine vollständige Preisliste mit allen Gewichtsstufen bekommst du erst nach der Anmeldung zu sehen, was wir weiter unten als Transparenzproblem behandeln. Wichtig für dich: Hermes und die Deutsche Post funktionieren nur mit eigenem Vertrag. Wer günstige Warenpost für kleine Artikel verschicken will, braucht also erst einen Geschäftskundenzugang bei der Post.
Bei den Shop-Anbindungen ist die Liste lang und für Einsteiger vollständig: Shopify, WooCommerce, Shopware 5 und 6, Wix, Magento, Etsy, eBay, Amazon, Kaufland und TikTok Shop sind direkt angebunden. Bei Etsy ist Sendcloud sogar Pflicht, wenn man so will: Seit Juli 2025 lässt Etsy in Deutschland nur noch Billbee und Sendcloud als Versandsoftware auf seine Schnittstelle. Nicht direkt angebunden sind Otto und JTL-Wawi, da führt der Weg über Billbee oder plentymarkets.
Die wichtigsten Funktionen
Labels in Serie. Der Kern des Ganzen. Bestellungen kommen automatisch aus dem Shop, du wählst alle aus, klickst einmal und bekommst alle Labels als ein PDF. Seit Sommer 2026 hängt der Packzettel gleich mit dran. Gedruckt wird auf A6, entweder mit einem Thermodrucker oder auf normalen A4-Etikettenbögen mit vier Labels pro Blatt. Ein Thermodrucker ist also keine Pflicht, sondern ab etwa zehn Paketen am Tag eine Frage der Nerven.
Versandregeln. Du legst fest, dass Bestellungen unter einem Kilo per DHL Kleinpaket rausgehen, alles über zwei Kilo per DPD und alles nach Österreich per Post AT. Sendcloud wählt die Versandart dann selbst. Im Gratis-Tarif gibt es diese Regeln nicht, im Lite-Tarif fünf, ab Growth zehn und mehr.
Tracking-Nachrichten. Kunden bekommen E-Mails zum Versandstatus, ab Lite auch per SMS und WhatsApp. Die Tracking-Seite trägt ab Growth dein Logo, das Sendcloud-Logo verschwindet aber erst im Premium-Tarif für 229 €. Das ist ein Preisschild, das man kennen sollte, bevor man sich über das fremde Logo unter der eigenen Marke wundert.
Retourenportal. Kunden melden Rücksendungen selbst an und drucken das Retourenlabel. Klingt nach Grundausstattung, ist aber erst ab Growth für 109 € im Monat dabei, und dort mit höchstens zehn Regeln. Kostenpflichtige Retouren oder eigene Retourengründe gibt es erst im Premium-Tarif. Im Gratis- und Lite-Tarif erstellst du Retourenlabels von Hand.
Paketshop-Auswahl im Checkout. Dein Kunde sucht sich beim Bestellen die DHL-Packstation oder den DPD-Shop um die Ecke aus. Das senkt Zustellprobleme und ist in allen Tarifen enthalten. Die dynamische Anzeige von Lieferterminen im Checkout ist dagegen dem Pro-Tarif für 799 € vorbehalten.
Abholung. Pakete müssen nicht zur Filiale. Für DHL kostet die Abholung über Sendcloud 1,74 € pro Paket bei maximal zehn Paketen, DPD holt kostenlos ab, verlangt aber mindestens zehn Pakete am Tag. UPS nimmt 3,70 € pro Abholung ohne Mindestmenge. Bei allen gilt ein Werktag Vorlauf.
Dazu kommen Zolldokumente für Sendungen in die Schweiz, eine Versandversicherung ab 0,38 € pro Paket und seit 2026 eine kostenlose Adressprüfung in allen Tarifen. Was Sendcloud nicht ist: eine Warenwirtschaft. Bestände, Lager und Rechnungen bleiben Aufgabe deines Shops oder eines Tools wie Billbee.
Was Sendcloud kostet
Hier wird es unangenehm, denn das Preismodell hat drei Schichten: eine Abo-Gebühr, eine Gebühr pro Label und das eigentliche Porto. Alle Preise verstehen sich netto, die Rechnung kommt von der deutschen GmbH mit ausgewiesener Umsatzsteuer.
| Tarif | Monatlich | Je Label | Das Wichtigste |
|---|---|---|---|
| Free | 0 € | keine Gebühr | Nur Sendcloud-Konditionen, kein eigener Vertrag, keine Versandregeln, 2 Shop-Anbindungen, 1 Nutzer |
| Lite | 39 € 31 € bei Jahreszahlung |
0,13 € 0,11 € jährlich |
Eigene Verträge, 5 Versandregeln, Abholung, Zolldokumente, 400 Labels im Monat, 3 Nutzer |
| Growth | 109 € 87 € jährlich |
0,12 € 0,10 € jährlich |
Retourenportal (eingeschränkt), Tracking-Seite mit Logo, Pack & Go, Telefon-Support, 1.000 Labels, 5 Nutzer |
| Premium | 229 € 183 € jährlich |
0,11 € 0,09 € jährlich |
Volles Retourenportal, Sendcloud-Logo entfernbar, Versand-Analysen, 10.000 Labels, 10 Nutzer |
| Pro | 799 € 639 € jährlich |
0,09 € | Dynamischer Checkout, Marktplatz-Schnittstelle, persönlicher Ansprechpartner, 30.000 Labels |
Wer sein Label-Kontingent überschreitet, zahlt 0,15 € Aufschlag je weiterem Label, also im Lite-Tarif 0,28 € pro Stück. Stornierte Labels zählen trotzdem mit. Das Jahresabo ist 20 Prozent günstiger, kann aber während der Laufzeit weder gekündigt noch heruntergestuft werden. Die Testphase dauert 14 Tage und verlangt keine Kreditkarte, wohl aber ein SEPA-Lastschriftmandat, bevor das erste Label gedruckt wird.
Ein Rechenbeispiel für 100 Pakete im Monat. Im Lite-Tarif zahlst du 39 € Abo plus 13 € Labelgebühren, also 52 € Software, bevor ein einziges Paket bewegt wurde. Im Gratis-Tarif zahlst du 0 € Software, dafür ein etwas höheres Porto: Ein DPD-Paket kostet dort 4,63 statt 4,30 €. Bei 100 Paketen sind das 33 € Unterschied. Rein rechnerisch lohnt sich Lite gegenüber Free erst ab rund 200 DPD-Paketen im Monat. Was du im Lite-Tarif tatsächlich kaufst, sind die Versandregeln, die dritte Shop-Anbindung und die Möglichkeit, deinen eigenen Vertrag zu nutzen.
Die Labelgebühr fällt auch bei eigenem Vertrag an
Wer einen eigenen DHL-Geschäftskundenvertrag einbindet, zahlt das Porto direkt an DHL. Sendcloud stellt trotzdem 0,13 € für jedes erstellte Label in Rechnung, das steht wörtlich im Hilfeartikel zur Abrechnung. Bei 500 Paketen im Monat sind das 65 € zusätzlich zum Abo, nur für das Erzeugen einer PDF-Datei. Genau diese Gebühr ist seit Jahren der Hauptgrund, warum Händler mit Volumen zu Billbee oder zum DHL-Portal abwandern.
Wie sich die Preise entwickelt haben
Wir haben die Preisseite über das Internet-Archiv zurückverfolgt. Im April 2025 kostete der Lite-Tarif 29 € mit 0,10 € je Label. Im November 2025 waren es 32,50 € und 0,11 €. Seit Juni 2026 für Neukunden und seit August 2026 für Bestandskunden sind es 39 € und 0,13 €. Das ergibt 34 Prozent mehr Grundgebühr und 30 Prozent mehr Labelgebühr in 17 Monaten. Growth stieg im selben Zeitraum von 89 auf 109 €, Premium von 175 auf 229 €.
Zur Einordnung: Die Sendcloud-Konditionen für DPD sind im selben Zeitraum leicht gesunken, von 5,30 auf 4,63 € im Gratis-Tarif. Wer nur das Porto betrachtet, hat also nicht verloren. Wer ein Abo bezahlt, schon.
Was im Alltag gut funktioniert
Der stärkste Punkt ist die Einrichtung. Shop verbinden, Absenderadresse eintragen, SEPA-Mandat, fertig. Auf Capterra bekommt die Bedienbarkeit 4,3 von 5, im Shopify App Store steht Sendcloud bei 4,6 aus über 500 Bewertungen. In deutschen Bewertungen taucht immer wieder derselbe Satz auf: Die Labelerstellung funktioniert einwandfrei und spart eine Menge Zeit.
Der zweite Punkt ist der Einstieg ohne Vertrag. DHL vergibt Geschäftskundenverträge erst ab etwa 200 Paketen im Jahr und verlangt seit Juli 2025 eine Monatspauschale ab 7,95 €. Wer darunter liegt, hatte früher nur die Filiale. Sendcloud schließt genau diese Lücke, und das im Gratis-Tarif.
Drittens die Breite der Anbindungen. Es gibt kaum ein Shopsystem oder einen Marktplatz, den Sendcloud nicht kennt, und bei Etsy ist es eine von zwei zugelassenen Lösungen. Wer mehrere Kanäle bespielt, bekommt eine einzige Versandliste statt fünf verschiedener Backends.
Wo die Grenzen liegen
Nachberechnungen. Der häufigste Kritikpunkt in deutschen Foren und auf Trustpilot. Paketdienste prüfen Gewicht und Maße nach und berechnen Zuschläge, Sendcloud reicht diese Wochen später auf der Rechnung durch. Im Sellerforum beschreibt ein Händler DPD-Zuschläge für Pakete, die leichter waren als angegeben. Auf Trustpilot berichten Nutzer von Zuschlägen, die erst zwei bis drei Monate nach dem Versand auftauchten. Das Problem entsteht bei den Paketdiensten, aber Sendcloud macht es nicht transparent genug. Seit Sommer 2026 zeigt die Software immerhin vor dem Labelkauf eine Zuschlagsschätzung an.
Support hinter dem Bot. Seit 2025 begrüßt dich ein KI-Assistent namens Scout, der nur zu Bürozeiten an Menschen weiterreicht. Telefonsupport gibt es erst ab Growth. In den Bewertungen ist der Ton entsprechend: Auf Capterra liegt der Kundenservice bei 3,9, auf Trustpilot geben 14 Prozent der Bewerter einen Stern, und die Begründung ist fast immer der Support. Ein deutscher Nutzer schreibt im Februar 2026, Support gebe es nur, bis der Vertrag abgeschlossen sei.
Sendcloud-Konditionen sind nicht immer günstig. Die vorverhandelten Preise sind ein Einstieg, kein Schnäppchen. Im Sellerforum rechnet ein Händler vor, dass DHL über Sendcloud teurer war als die Privatkundenpreise in der Filiale. Ein österreichischer Shop nennt für ein Paket in die Niederlande 25 € über Sendcloud gegenüber 14 € direkt. Die vollständige Preisliste siehst du erst nach der Anmeldung, vergleiche sie also, bevor du das erste Label druckst.
Schadensfälle. Geht ein Paket verloren, bist du bei Sendcloud-Konditionen auf Sendcloud als Vermittler angewiesen. Die Versicherung läuft über einen externen Anbieter, und die Bewertungen zur Schadensregulierung gehören zu den schlechtesten im ganzen Profil. Wer mit eigenem Vertrag verschickt, reklamiert direkt beim Paketdienst, was meist schneller geht.
Wichtige Funktionen sitzen weit oben. Retourenportal ab 109 €, eigenes Logo ohne Sendcloud-Branding ab 229 €, Liefertermine im Checkout ab 799 €. Wer diese Dinge braucht, zahlt schnell das Dreifache dessen, was er ursprünglich eingeplant hatte.
Was speziell für den DACH-Raum gilt
Hier schneidet Sendcloud gut ab. Die Oberfläche, das Hilfe-Center und der Support sind auf Deutsch, die Rechnung kommt von der Sendcloud GmbH in München mit deutscher Umsatzsteuer. Die Daten liegen bei Amazon Web Services in Frankfurt, das Unternehmen ist nach ISO 27001 zertifiziert, und einen Auftragsverarbeitungsvertrag gibt es als PDF ohne gesonderte Unterschrift. Einzelne Dienstleister wie das Support-System und der E-Mail-Versand sitzen allerdings in den USA.
Für Österreich ist die Österreichische Post über Sendcloud-Konditionen ab 4,00 € nutzbar, ebenso DPD und GLS. Der Lite-Tarif kostet dort 35 statt 39 €. Für die Schweiz gilt: Die Schweizerische Post läuft nur mit eigenem Vertrag, und für Sendungen aus Deutschland in die Schweiz erstellt Sendcloud die Zollpapiere automatisch. Als voll unterstütztes Land führt Sendcloud die Schweiz aber nicht.
Was Nutzer über Sendcloud sagen
| Portal | Bewertung | Anzahl |
|---|---|---|
| Shopify App Store | 4,6 / 5 | 502 Bewertungen |
| G2 | 4,5 / 5 | rund 150 Bewertungen |
| Trustpilot | 4,3 / 5 | 3.940 Bewertungen, davon 14 % mit einem Stern |
| OMR Reviews (deutsch) | 4,3 / 5 | 158 Bewertungen |
| Capterra | 4,0 / 5 | 97 Bewertungen, Kundenservice 3,9 |
Das Bild ist einheitlicher als bei vielen anderen Tools: Die Software selbst gilt als gut, die Beschwerden drehen sich um Geld und Erreichbarkeit. Auf Trustpilot antwortet Sendcloud auf knapp die Hälfte der negativen Bewertungen, meist mit dem Hinweis auf die Haftungsgrenzen der Paketdienste. Das deutsche Portal OMR Reviews bewertet mit 4,3 gut, hat aber seit über einem Jahr keine neuen Bewertungen mehr gesammelt und bildet die Preiserhöhungen von 2026 deshalb nicht ab.
Ein Detail am Rande: Das WooCommerce-Plugin im offiziellen WordPress-Verzeichnis hat Sendcloud im April 2025 selbst zurückgezogen, nachdem es dort bei 3,6 Sternen stand. WooCommerce-Shops verbinden sich seitdem über Sendclouds eigene Integration, was funktioniert, aber ein schlechtes Licht auf die Plugin-Pflege wirft.
Sendcloud im Vergleich zu den Alternativen
| Lösung | Kosten | Stärke gegenüber Sendcloud |
|---|---|---|
| Billbee | ab 9 €, rund 48 € bei 100 Aufträgen, keine Labelgebühr | Warenwirtschaft, Rechnungen, Lager und Otto-Anbindung inklusive; braucht aber einen eigenen Paketdienst-Vertrag |
| DHL Geschäftskundenportal | Software gratis, Monatspauschale ab 7,95 € | Direkte DHL-Konditionen ohne Zwischenhändler; erst ab etwa 200 Paketen im Jahr, nur DHL, kein Shop-Import |
| shipcloud | ab 49 € plus 0,08 € je Sendung | Deutsches Unternehmen aus Hamburg, stark über Schnittstelle; kein Gratis-Tarif, kein Retourenportal |
| Shopify Shipping | im Shopify-Abo enthalten | Seit 2025 auch in Deutschland, ohne Zusatzkosten; nur DHL, nur Inland, keine Abholung |
| Packlink PRO | 0 €, Plus-Tarif 25 €, keine Labelgebühr | Eigene Konditionen ab dem ersten Paket ohne Grundgebühr; auf Capterra nur 2,6 von 5 wegen Support und verlorener Labels |
| JTL-Wawi | Start-Edition 0 € | Komplette Warenwirtschaft mit kostenlosem Versandmodul; Windows-Software mit Einarbeitung, eigene Verträge nötig |
Die Entscheidung hängt fast nur an einer Frage: Hast du einen eigenen Paketdienst-Vertrag oder nicht? Ohne Vertrag ist Sendcloud im Gratis-Tarif konkurrenzlos bequem, weil du sofort zu vernünftigen Preisen verschickst. Sobald du einen DHL-Geschäftskundenvertrag hast, wird Sendclouds Labelgebühr zum reinen Aufpreis, und Billbee bietet für ähnliches Geld deutlich mehr, nämlich Rechnungen, Lager und Multichannel.
Shopify-Händler haben seit 2025 eine dritte Option: Shopify Shipping mit DHL direkt im Backend, ohne Zusatzkosten. Wer nur DHL, nur Inland und keine Abholung braucht, kommt damit aus. Für alles andere, etwa DPD für schwere Pakete, Versand nach Österreich oder ein Retourenportal, landet man wieder bei Sendcloud.
Für wen sich Sendcloud lohnt
Gut geeignet, wenn du unter 200 Pakete im Jahr verschickst und keinen eigenen Vertrag bekommst, wenn du auf Etsy verkaufst, mehrere Shops oder Marktplätze über eine Liste abwickeln willst oder regelmäßig nach Österreich und in die Schweiz lieferst. Der Gratis-Tarif deckt den Start komplett ab.
Eher ungeeignet, wenn du bereits einen DHL-Geschäftskundenvertrag hast und nur Labels drucken willst, wenn du eine Warenwirtschaft mit Rechnungen und Lager brauchst, wenn du auf ein Retourenportal unter 100 € im Monat angewiesen bist oder wenn du bei Zuschlägen und Schadensfällen einen direkten Ansprechpartner beim Paketdienst willst.
Unser Fazit
Sendcloud ist die Versandsoftware, mit der man am schnellsten vom Filialbesuch zur automatischen Labelerstellung kommt. Die Bedienung ist vorbildlich, die Anbindungen sind vollständig, und der Gratis-Tarif löst das eigentliche Einsteigerproblem: Versand zu vernünftigen Preisen, ohne dass ein Paketdienst dich erst ab 200 Paketen ernst nimmt.
Was die Bewertung bei 3,9 hält, ist das Preismodell. Abo plus Labelgebühr plus Porto, zwei Erhöhungen in anderthalb Jahren, wichtige Funktionen erst in teuren Tarifen und Zuschläge, die Wochen später auf der Rechnung auftauchen. Sendcloud verdient gut an Händlern, die wachsen, und genau dann wird der Wechsel zu Billbee oder zum eigenen DHL-Vertrag rechnerisch attraktiv.
Unsere Empfehlung: Starte im Gratis-Tarif und vergleiche nach der Anmeldung Sendclouds vollständige Preisliste mit den DHL-Filialpreisen für deine typischen Pakete. Bleib so lange bei Free, bis dich die fehlenden Versandregeln wirklich Zeit kosten. Und rechne den Umstieg auf Lite nicht am Porto fest, sondern an den Funktionen, denn beim Porto lohnt er sich erst ab etwa 200 Paketen im Monat.
Sendcloud selbst ausprobieren
Der Gratis-Tarif enthält zwei Shop-Anbindungen, DHL-, DPD-, GLS- und UPS-Versand zu Sendcloud-Konditionen und Tracking-Mails. Kein Abo, keine Labelgebühr, kein Zeitlimit.
Kein Affiliate-Link. Wir verdienen an dieser Empfehlung nichts.
Häufige Fragen zu Sendcloud
Ist Sendcloud wirklich kostenlos?
Ja, der Free-Tarif kostet kein Abo und keine Labelgebühr, du zahlst nur das Porto zu Sendclouds Konditionen. Enthalten sind zwei Shop-Anbindungen, ein Nutzer und Tracking-Mails. Nicht enthalten sind eigene Paketdienst-Verträge, automatische Versandregeln und das Retourenportal. Ein Limit für Pakete gibt es nicht, nur für unfrankierte Briefe, dort sind 50 im Monat frei.
Was kostet Sendcloud bei 100 Paketen im Monat?
Im Free-Tarif nur das Porto, bei DPD etwa 463 € netto. Im Lite-Tarif kommen 39 € Abo und 13 € Labelgebühren dazu, das Porto ist mit rund 430 € etwas günstiger. Unterm Strich liegt Lite bei 100 Paketen also rund 19 € über Free. Erst ab etwa 200 DPD-Paketen im Monat gleicht das günstigere Porto die Abo-Kosten aus.
Kann ich meinen eigenen DHL-Vertrag bei Sendcloud nutzen?
Ja, ab dem Lite-Tarif für 39 € im Monat. Das Porto rechnet dann DHL direkt mit dir ab, Sendcloud berechnet aber weiterhin 0,13 € für jedes erstellte Label. Im Free-Tarif lassen sich eigene Verträge nicht einbinden. Hermes und die Deutsche Post funktionieren bei Sendcloud generell nur mit eigenem Vertrag.
Ab welchem Tarif gibt es das Retourenportal?
Ab Growth für 109 € im Monat, dort mit höchstens zehn Retourenregeln und den Grundfunktionen. Kostenpflichtige Retouren, eigene Retourengründe und die Entfernung des Sendcloud-Logos gibt es erst im Premium-Tarif für 229 €. In Free und Lite erstellst du Retourenlabels manuell.
Warum bekomme ich bei Sendcloud Nachberechnungen?
Die Paketdienste wiegen und vermessen Pakete nach und berechnen Zuschläge für abweichende Angaben, Sperrgut, entlegene Zustellgebiete oder Treibstoff. Sendcloud reicht diese Beträge auf der nächsten Rechnung weiter, teils Wochen später. Gib Gewicht und Maße deshalb immer exakt an und prüfe die Rechnungen im Konto, die nach Paketdienst und Sendungsnummer aufgeschlüsselt sind. Seit 2026 zeigt Sendcloud vor dem Labelkauf eine Zuschlagsschätzung an.
Sendcloud oder Billbee: Was passt zu meinem Shop?
Sendcloud, wenn du keinen eigenen Paketdienst-Vertrag hast und vor allem Labels, Tracking und Retouren brauchst. Billbee, wenn du bereits einen DHL-Geschäftskundenvertrag hast und zusätzlich Rechnungen, Lagerbestände und mehrere Verkaufskanäle verwalten willst. Billbee kostet ab 9 € und verlangt keine Labelgebühr, bringt aber keine eigenen Versandkonditionen mit. Viele Händler starten mit Sendcloud und wechseln mit dem ersten eigenen Vertrag.
Ist Sendcloud DSGVO-konform?
Sendcloud ist ein niederländisches Unternehmen mit deutscher GmbH in München, die Daten liegen bei Amazon Web Services in Frankfurt, und das Unternehmen ist nach ISO 27001 zertifiziert. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag stellt Sendcloud als PDF bereit, er gilt über das Nutzerkonto ohne gesonderte Unterschrift, wie es die DSGVO verlangt. Einzelne Dienstleister für Support und E-Mail-Versand sitzen in den USA, was in der Liste der Unterauftragsverarbeiter offengelegt ist.
