Zuletzt aktualisiert am 23. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Für den ersten kleinen Shop ohne Technikkenntnisse ist Shopify die einfachste Wahl. Basic kostet 27 € im Monat bei Jahreszahlung oder 36 € bei monatlicher Zahlung, jeweils zzgl. USt. Mit den Apps für deutsche Rechtstexte und Rechnungen landest du grob bei 45 bis 65 € im Monat (Jahreszahlung).
- WooCommerce passt, wenn du WordPress schon nutzt und keine Plattformgebühr zahlen willst. Das Plugin kostet nichts, mit Hosting und Germanized Pro geht es ab etwa 16 € im Monat los. Updates, Sicherheit und Rechtssicherheit liegen dafür bei dir.
- Shopware lohnt sich für B2B, große Sortimente und Shops mit Agenturbudget. Die Community Edition ist lizenzfrei, braucht aber einen eigenen Server und Entwicklerwissen. Die Pläne mit Shopware-Service beginnen bei 600 € im Monat.
- JTL ist die richtige Wahl, wenn Warenwirtschaft, Lager und Marktplätze im Mittelpunkt stehen. Wawi plus Shop bis 500 Artikel kosten 0 €, ohne Artikelgrenze 99 € (Jahresvertrag) oder 119 € im Monat.
- Für eine Website mit kleinem Shop reichen Wix (Verkauf ab 29,75 € im Monat) oder Jimdo (ab 20 €).
- Alle Preise haben wir am 15. Oktober 2026 auf den Anbieterseiten geprüft. An keinem der hier verglichenen Shopsysteme verdienen wir Provision.
Drei Namen tauchen in fast jeder Antwort auf die Frage nach dem richtigen Shopsystem auf: Shopify, WooCommerce und Shopware. Dazu kommen JTL für Händler mit eigenem Lager und Marktplatzverkäufen sowie Baukästen wie Wix und Jimdo für alle, bei denen der Shop nur ein Teil der Website ist.
Welches System passt, entscheiden weniger die Funktionen als drei Fragen: Wie viel Technik willst du selbst übernehmen, was darf der Shop im Monat kosten, und wo verkaufst du außer im eigenen Shop? Wer mit 30 Produkten startet, braucht etwas anderes als ein Großhändler mit Kundengruppenpreisen und 20.000 Artikeln.
Wir haben Preise, Gebühren und Grenzen von sechs Systemen am 15. Oktober 2026 auf den Anbieterseiten nachgelesen und mit unseren Tests von Shopify und Wix abgeglichen. Den Zweikampf Shopify gegen WooCommerce beschreibt unser Direktvergleich ausführlicher.
Welches Shopsystem passt zu deinem Shop?
Die kurze Antwort für die häufigsten Ausgangslagen. Die Begründungen und Zahlen stehen in den Abschnitten darunter.
| Deine Ausgangslage | Unsere Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Erster Shop, wenig Technikerfahrung, überschaubares Sortiment | Shopify Basic | Hosting, Checkout und Zahlungen kommen aus einer Hand, der Shop steht in wenigen Tagen. |
| Start mit Dropshipping | Shopify | Für Shopify gibt es die meisten Dropshipping-Apps und Lieferanten-Anbindungen. |
| WordPress-Website oder Blog ist schon da | WooCommerce | Shop und Inhalte laufen in einem System, und es gibt keine Plattformgebühr auf Umsätze. |
| Deutscher Anbieter, eigener Server, technisches Know-how oder Agentur vorhanden | Shopware Community Edition | Lizenzfrei, viele DACH-Funktionen im Kern, volle Kontrolle über Daten und Code. |
| B2B mit Kundengruppenpreisen, Angeboten und Freigaben | Shopware Evolve oder Shopify Plus | Beide haben B2B-Funktionen eingebaut, kosten aber ab rund 2.100 bzw. 2.400 € im Monat. |
| Verkauf auf Amazon, eBay und im eigenen Shop, eigenes Lager | JTL-Wawi mit JTL-Shop, Shopify oder Shopware | Bestände, Aufträge und Marktplätze laufen zentral in der Warenwirtschaft zusammen. |
| Website für Dienstleistung oder Marke, ein paar Produkte nebenbei | Wix Core oder Jimdo | Design und Inhalte stehen im Vordergrund, der Shop ist ein Modul. |
Die Shopsysteme im Überblick
Die Preise nennen wir so, wie die Anbieter sie angeben. Shopify, Shopware und Gambio rechnen netto, Wix, Jimdo und die WooCommerce-Plugins brutto. JTL nennt keinen Steuerhinweis, richtet sich laut eigener Website aber nur an Gewerbetreibende.
| System | Geeignet für | Zentrale Funktionen | Preisbestandteile | Grenzen |
|---|---|---|---|---|
| Shopify | Einsteiger, Dropshipping, Marken ohne eigene IT | Gehosteter Shop, eigener Checkout, Shopify Payments, Flow-Automationen, App Store | Abo 27 bis 289 € im Monat bei Jahreszahlung, Kartengebühr ab 2,1 % + 0,30 €, Apps | 2 % Zusatzgebühr bei fremden Zahlungsanbietern (Basic), deutsche Rechtstexte nur per App |
| WooCommerce | WordPress-Nutzer, Content-Shops, technisch Interessierte | Shop-Plugin für WordPress, frei erweiterbar, WooPayments, eigener Server | Plugin 0 €, Hosting ab 7,95 €, Germanized Pro 85 € im ersten Jahr, Kartengebühr ab 1,5 % + 0,25 € | Updates, Sicherheit, Backups und Rechtstexte liegen bei dir |
| Shopware 6 | B2B, große Sortimente, Mittelstand mit Agentur | Open-Source-Kern, Flow Builder, Grundpreis- und Steuerregeln, 3.580 Erweiterungen im Store | Community Edition 0 € plus Server ab etwa 21 €, Rise ab 600 €, Evolve ab 2.400 € im Monat | Ohne Entwickler kaum einzurichten, ab 1 Mio. € Bruttowarenwert bezahlter Plan für den Store-Zugang |
| JTL-Shop + JTL-Wawi | Händler mit Lager, vielen Artikeln und Marktplätzen | Warenwirtschaft, Shop, Marktplatzanbindung, Workflows, Anbindung an Shopify und Shopware | Start 0 € (500 Artikel), Advanced 99 bzw. 119 €, Pro 329 bzw. 369 €, Hosting 29 €, Marktplatz-Aufträge ab 25 € je 100 | Wawi läuft lokal nur unter Windows, im Start-Tarif bleibt das JTL-Branding |
| Gambio | Kleine Händler, die eine Cloud-Lösung aus Deutschland wollen | Cloud-Shop, Zahlarten über das Gambio Hub, Marktplätze über Afterbuy oder DreamRobot | Cloud ab 29 € im Monat (12 Monate) plus 1,5 % auf Hub-Zahlungen über 500 € Freivolumen | Umsatzabhängige Gebühr, im Starter-Tarif keine API |
| Wix | Websites mit kleinem Shop-Anteil | Baukasten, Wix Payments, bis 50.000 Produkte, Rechtstexte ab Core | Verkauf ab Core 29,75 € im Monat (Jahresabo), Kartengebühr 1,9 % + 0,30 € | Wenige Shop-Apps, kaum Multichannel, deutlich weniger Dropshipping-Anbindungen als Shopify |
Was ein kleiner Shop im Monat wirklich kostet
Der Abopreis ist bei keinem System die ganze Rechnung. Bei Shopify kommen Apps für deutsche Pflichten dazu, bei WooCommerce und Shopware Hosting und Plugins, bei JTL das Hosting und ein Windows-Rechner für die Warenwirtschaft. Diese Tabelle zeigt die Fixkosten für einen kleinen deutschen Shop.
| Kostenblock | Shopify Basic | WooCommerce | Shopware CE | JTL Start |
|---|---|---|---|---|
| Software | 27 € (jährlich) oder 36 € (monatlich), zzgl. USt. | 0 € | 0 € (MIT-Lizenz) | 0 € bis 500 Artikel |
| Hosting | inklusive | ab 7,95 € (all-inkl PrivatPlus), Managed z. B. 65 € zzgl. MwSt. (Raidboxes Pro) | vServer ab 21 € zzgl. USt. (Mittwald), Managed ab 66 € (Timme) | 29 € je Shop bei JTL oder eigener Server |
| Deutsche Pflichten | Rechtstexte-App 9,90 $, Rechnungs-App ab 7 $, Cookie-Banner 0 bis 9 $ | Germanized Pro 85 € im ersten Jahr, danach 65 € (inkl. Rechnungen) | Grundpreis, Steuern, Cookie-Banner im Kern, Rechtstexte extern | Rechnungen in der Wawi, Rechtstexte extern |
| Wartung | inklusive | selbst oder Dienstleister | selbst oder Agentur | Updates für Shop und Wawi selbst |
| Fixkosten grob | 45 bis 65 € im Monat | ab etwa 16 € im Monat, mit Managed Hosting um 80 € | ab etwa 25 € im Monat plus Einrichtung | ab 29 € im Monat, auf dem Mac plus Wawi-Cloud ab 49,99 € |
Die Shopify-Apps rechnen in US-Dollar ab. Die Beispiel-Apps sind die AGB-Schnittstelle der IT-Recht Kanzlei, Sufio für Rechnungen und Pandectes als Cookie-Banner, die Preise stammen aus dem Shopify App Store. Für den Widerrufsbutton gibt es kostenlose Apps.
Rechenbeispiel: 60 Bestellungen à 50 € per Karte
Bei 3.000 € Kartenumsatz im Monat mit europäischen Karten fallen diese Zahlungsgebühren an:
- Shopify Payments (Basic): 2,1 % + 0,30 € je Zahlung, also 63 € + 18 € = 81 €.
- WooPayments: 1,5 % + 0,25 €, also 45 € + 15 € = 60 €. Auf die Gebühren kommen 19 % USt., die mit gültiger USt-IdNr. entfällt.
- Wix Payments: 1,9 % + 0,30 €, also 57 € + 18 € = 75 €.
- Gambio Cloud Starter: 1,5 % auf alles über 500 €, also 37,50 €, und zwar zusätzlich zu den Gebühren deines Zahlungsanbieters.
- Shopify mit fremdem Zahlungsanbieter wie Mollie oder Stripe: Shopify nimmt im Basic-Tarif 2 % extra, das sind 60 € obendrauf. PayPal ist davon ausgenommen, solange Shopify Payments aktiv ist.
Der Wechsel von Shopify Basic auf Grow senkt die Kartengebühr um 0,3 Prozentpunkte. Bei Jahreszahlung kostet Grow 52 € mehr im Monat, das holst du erst ab rund 17.000 € Kartenumsatz im Monat wieder herein. Grow nimmst du also für die fünf Mitarbeiterkonten und die Versandrabatte, nicht wegen der Gebühren.
Shopify: der schnellste Weg zum ersten Verkauf
Shopify ist ein gehostetes Shopsystem aus Kanada. Du mietest den kompletten Shop: Server, Sicherheit, Updates und Checkout betreibt Shopify, du kümmerst dich um Produkte und Marketing. Die Einrichtung klappt ohne Programmierkenntnisse, und für fast jedes Problem gibt es eine App.
Die deutschen Preise laut Shopify-Preisseite, jeweils zzgl. USt.: Basic 36 € monatlich oder 27 € bei Jahreszahlung, Grow 105 oder 79 €, Advanced 384 oder 289 €. Shopify Plus beginnt bei 2.100 € im Monat mit drei Jahren Laufzeit, bei einem Jahr sind es 2.250 €. Neue Shops testen drei Tage kostenlos und zahlen danach drei Monate lang 1 €. Achtung beim Vergleichen: Viele Vergleichsseiten und auch unser Shopify-Test vom September nannten für Basic 19 € bei Jahreszahlung. Auf der deutschen Preisseite stehen seit spätestens 7. Oktober 2026 die oben genannten Preise, das zeigt auch das Webarchiv.
Mit Shopify Payments zahlst du im Basic-Tarif 2,1 % + 0,30 € je Kartenzahlung, für Amex und internationale Karten 3,2 % + 0,30 €, für Klarna 2,99 % + 0,35 €. Wer einen anderen Zahlungsanbieter nutzt, zahlt Shopify zusätzlich 2 % (Basic), 1 % (Grow) oder 0,6 % (Advanced). Shopify Flow für Automatisierungen ist ab Basic kostenlos dabei.
Für einen deutschen Shop brauchst du mehrere Apps: Rechtstexte, Rechnungen mit fortlaufender Nummer, Cookie-Banner und den Widerrufsbutton. Das treibt die Fixkosten auf grob 45 bis 65 € im Monat. Dazu kommt, dass Shopify keinen Datenstandort in der EU anbietet und der Support in den kleinen Tarifen nur per Chat erreichbar ist. Alle Details, Nutzerstimmen und unsere Bewertung stehen im Shopify-Test.
Nimm Shopify, wenn du ohne Technik schnell verkaufen willst, Dropshipping planst oder später international wachsen möchtest. Lass es, wenn du fremde Zahlungsanbieter brauchst und deshalb dauerhaft die Zusatzgebühr zahlen würdest, oder wenn dir ein Serverstandort in Deutschland wichtig ist.
WooCommerce: volle Kontrolle für WordPress-Nutzer
WooCommerce ist ein kostenloses Plugin, das eine WordPress-Website zum Shop macht. Du betreibst alles selbst: Hosting, Updates, Backups und Sicherheit liegen bei dir oder einem Dienstleister. Dafür gehört dir der komplette Shop, und es gibt keine Plattformgebühr auf deine Umsätze.
Laut WooCommerce kostet das Plugin nichts. Mit WooPayments zahlen Händler aus Deutschland 1,5 % + 0,25 € je Zahlung mit europäischer Karte, für Karten von außerhalb Europas 2 % mehr, ohne Grundgebühr. Für die deutschen Pflichten nutzen die meisten Germanized: Die Pro-Version kostet 85 € im ersten Jahr und danach optional 65 € für Updates, sie erzeugt PDF-Rechnungen und hat Generatoren für AGB und Widerrufsbelehrung. Die Alternative German Market kostet 87 €.
Ein einfacher Shop läuft auf Shared Hosting, etwa bei all-inkl ab 7,95 € im Monat. Für mehr Last gibt es WooCommerce-Hosting wie Raidboxes Pro für 65 € im Monat zzgl. MwSt. Automatisierungen wie Warenkorb-Erinnerungen oder Folge-Mails baust du mit Erweiterungen wie AutomateWoo für 142 € im Jahr oder über Tools wie Make.
Nimm WooCommerce, wenn du WordPress schon beherrschst, viel Inhalt neben dem Shop hast oder volle Kontrolle über Daten und Server willst. Lass es, wenn du keine Lust auf Updates und Plugin-Konflikte hast. Diese Zeit ist der Preis für die niedrigen Fixkosten. Mehr dazu im Vergleich Shopify vs. WooCommerce.
Shopware: der deutsche Standard für B2B und große Sortimente
Shopware kommt aus Schöppingen im Münsterland. Nach dem E-Commerce-Report 2026 des EHI, den Shopware in einer Pressemitteilung zitiert, ist es mit 12,5 % das häufigste Shopsystem unter den 1.000 relevantesten B2C-Onlineshops in Deutschland. Der Kern steht unter der freien MIT-Lizenz.
Die Community Edition kostet laut Shopware-Preisseite keine Lizenzgebühr. Hosting, Einrichtung und Wartung organisierst du selbst. Seit dem 24. März 2025 gilt eine Fair Usage Policy: Alle Nutzer der Community Edition melden ihren Bruttowarenwert an Shopware. Wer in 365 Tagen mehr als 1 Million € umsetzt, muss auf einen bezahlten Plan wechseln, um weiter Zugang zum Shopware Account und zum Store zu haben. Die Software selbst darfst du weiter nutzen.
Die bezahlten Pläne heißen Rise (ab 600 €), Evolve (ab 2.400 €) und Beyond (individuell), jeweils im Monat zzgl. MwSt. Der Preis richtet sich nach dem Bruttowarenwert und weiteren Faktoren. B2B-Funktionen wie Angebote und Einkaufsfreigaben stecken ab Evolve. Eine günstige Cloud-Variante für Einsteiger gibt es nicht mehr, die frühere Starter Edition hat Shopware eingestellt. SaaS und PaaS laufen nur über den Vertrieb.
Technisch verlangt Shopware 6 laut Entwicklerdoku mindestens PHP 8.2 mit 512 MB Speicherlimit, MariaDB 10.11 oder MySQL 8 und Node.js 20. Hoster wie Mittwald empfehlen für anspruchsvolle Shopware-Shops einen vServer ab 21 € im Monat. Im Kern sind Grundpreisangaben, Steuerregeln je Land, ein Cookie-Banner und seit Version 6.7.9 vom April 2026 auch der Widerrufsbutton enthalten. Die Rechtstexte selbst musst du einpflegen. Automatisierungen laufen über den Flow Builder, zeitverzögerte Aktionen gibt es erst im Beyond-Plan, Webhooks ab Evolve.
Nimm Shopware, wenn du B2B verkaufst, ein großes Sortiment mit vielen Varianten hast oder einen deutschen Anbieter mit voller Datenhoheit willst und Budget für eine Agentur einplanst. Lass es, wenn du allein und ohne Entwicklerkenntnisse startest. Dann kostet dich die Einrichtung mehr Zeit, als die gesparte Lizenz wert ist.
JTL: wenn die Warenwirtschaft das Herz ist
JTL aus Hückelhoven ist vor allem für seine Warenwirtschaft JTL-Wawi bekannt und hat nach eigener Angabe mehr als 15.000 Kunden. Der JTL-Shop funktioniert nur zusammen mit der Wawi. Viele Händler kommen deshalb wegen Lager, Rechnungen und Marktplätzen zu JTL und nehmen den Shop dazu.
Seit dem 1. April 2026 gelten neue Tarife. JTL Start kostet 0 € und umfasst Wawi plus einen Shop bis 500 Artikel, das JTL-Branding lässt sich dort nicht entfernen. Advanced kostet 119 € im Monatsvertrag oder 99 € im Jahresvertrag, ohne Artikelgrenze. Pro mit drei Shops kostet 369 bzw. 329 €. Das Shop-Hosting bei JTL kostet 29 € im Monat je Shop, du kannst auch selbst hosten. Vor April waren Advanced und Pro im Monatsvertrag günstiger.
Marktplätze wie Amazon und eBay sind in allen Editionen angebunden, Aufträge von dort bezahlst du über Pakete: 100 Aufträge kosten 25 €, 500 Aufträge 79 €. Aufträge aus dem JTL-Shop sind frei. Über offizielle Connectoren kannst du die Wawi auch hinter Shopify oder Shopware 6 betreiben, das geht schon in JTL Start, berechnet werden die Aufträge. WooCommerce ist erst ab Advanced angebunden. Automatisierungen laufen über JTL-Workflows, die etwa beim Anlegen eines Auftrags starten.
Der größte Haken für Einsteiger: Die Wawi läuft lokal nur unter Windows mit Microsoft SQL Server. Auf dem Mac brauchst du die Wawi-Cloud, die bei 49,99 € im Monat beginnt.
Nimm JTL, wenn du auf mehreren Marktplätzen verkaufst, ein eigenes Lager hast oder viele Artikel verwaltest. Lass es, wenn du nur einen kleinen eigenen Shop willst. Für reines Multichannel-Bestellmanagement ohne Lagertiefe ist Billbee einfacher.
Gambio, Wix und Jimdo: die kleineren Alternativen
Gambio ist ein deutsches Shopsystem mit Cloud- und Selbsthosting-Variante. Die Cloud kostet im Starter-Tarif 29 € im Monat bei zwölf Monaten Laufzeit, monatlich kündbar 33 €, jeweils netto. Auf Zahlungen über das Gambio Hub (etwa PayPal, Klarna, Karte) fallen oberhalb von 500 € Freivolumen 1,5 % an, Vorkasse und Rechnung sind ausgenommen. Die selbst gehostete Version kostet 21 € im Monat plus 0,2 %. Marktplätze bindest du über Afterbuy oder DreamRobot an. Ob Rechtstexte inklusive sind, beschreibt Gambio auf zwei Seiten unterschiedlich, das solltest du vor dem Abschluss nachfragen.
Wix ist ein Website-Baukasten mit Shop-Modul. Verkaufen kannst du laut Wix-Preisseite ab dem Core-Tarif für 29,75 € im Monat inklusive MwSt. im Jahresabo, bis zu 50.000 Produkte sind möglich. Wix Payments kostet 1,9 % + 0,30 € je Kartenzahlung. Neu sind abmahnsichere Rechtstexte ab Core, im ersten Jahr kostenlos. Für Multichannel, Dropshipping und Wachstum ist Wix aber deutlich schwächer als Shopify, wie unser Wix-Test zeigt.
Jimdo kostet als Onlineshop laut Preisseite 20, 29 oder 50 € im Monat bei zwölf Monaten Laufzeit inklusive MwSt. und nimmt keine Provision. Rechtstexte gibt es nur im VIP-Tarif, Produktvarianten erst ab Business, und Jimdo selbst empfiehlt den Shop für bis zu etwa 100 Produkte.
Automatisierung, Tracking und Schnittstellen
Sobald Bestellungen regelmäßig reinkommen, entscheidet die Anbindung an Versand, Warenwirtschaft und Buchhaltung über deinen Arbeitsaufwand. So sieht das bei den vier großen Systemen aus:
| Bereich | Shopify | WooCommerce | Shopware | JTL |
|---|---|---|---|---|
| Automatisierung | Shopify Flow, kostenlos ab Basic | AutomateWoo (142 € im Jahr) oder Make und Zapier | Flow Builder im Kern, Verzögerungen erst Beyond, Webhooks ab Evolve | JTL-Workflows in der Wawi, Umfang je nach Edition |
| Marktplätze und Bestände | über Marketplace Connect von Shopify (Amazon, eBay), Billbee oder JTL-Wawi | über Billbee oder JTL-Wawi (ab Advanced) | über Billbee oder JTL-Wawi (ab Start) | integriert, Aufträge über Pakete ab 25 € je 100 |
| Versand | Sendcloud direkt angebunden | Sendcloud direkt angebunden | Sendcloud für Shopware 5 und 6 | Sendcloud nur über Billbee oder plentymarkets |
| Server-Side-Tracking | fertige Stape-App | fertige Stape-Vorlage für WordPress | Plugin oder individuelle Lösung | Plugin oder individuelle Lösung |
Die Angaben zu Billbee, Sendcloud und Stape stammen aus unseren Tests von Billbee, Sendcloud und Stape. Warum serverseitiges Tracking wegen Werbeblockern und Cookie-Bannern heute fast Pflicht ist, erklären wir im Glossar. Welche Buchhaltungssoftware Bestellungen und Gebühren aus Shopify sauber übernimmt, zeigt unser Vergleich der Buchhaltungsschnittstellen.
Rechtssicherheit in Deutschland: was jedes System mitbringt
Abmahnsicher ist kein Shopsystem von sich aus. Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung, Grundpreise, Cookie-Einwilligung und seit dem 19. Juni 2026 der Widerrufsbutton sind deine Pflicht als Händler. Einen guten Überblick über die Anforderungen gibt das Merkblatt der IHK Lippe zu Detmold. Wer in andere EU-Länder verkauft, muss außerdem das OSS-Verfahren kennen.
- Shopify: Cookie-Banner und Grundfunktionen sind da, deutsche Rechtstexte, rechtskonforme Rechnungen und den Widerrufsbutton ergänzt du über Apps.
- WooCommerce: Ohne Germanized oder German Market fehlen wichtige deutsche Funktionen. Ein Consent-Tool brauchst du zusätzlich.
- Shopware: Grundpreise, Steuerregeln, Cookie-Banner und seit Version 6.7.9 der Widerrufsbutton sind im Kern. Rechtstexte brauchst du von einem Anbieter wie eRecht24 oder einer Kanzlei.
- JTL-Shop: Aktuelle Versionen bringen eine Lösung für den Widerrufsbutton mit, für ältere Versionen gibt es Plugins.
- Wix und Jimdo: Rechtstexte gibt es bei Wix ab Core, bei Jimdo nur im teuersten Tarif.
Später wechseln: was beim Umzug mitkommt
Ein Wechsel ist machbar, aber nie nur ein Export. Shopify hat Umzugsanleitungen unter anderem für WooCommerce, Wix und Squarespace. Übertragen lassen sich Produkte, Kunden, abgeschlossene Bestellungen, Gutscheine, Blogartikel und Seiten. Design, Apps und Plugins musst du neu aufsetzen.
Wichtig für dein Google-Ranking sind die Adressen: Shopify, WooCommerce und Shopware bauen Produkt-URLs unterschiedlich auf. Für jede alte Adresse brauchst du eine 301-Weiterleitung auf die neue, sonst landen Besucher und Suchmaschinen auf Fehlerseiten.
Zwei Wege sparen dir den großen Umzug. Von der Shopware Community Edition auf einen bezahlten Plan wechselst du ohne Migration, Rise ist für selbst gehostete Shops direkt im Shopware Account buchbar. Und wer JTL-Wawi nutzt, kann das Shopsystem tauschen und die Warenwirtschaft mit Beständen und Rechnungen behalten.
Wie verbreitet die Systeme in Deutschland sind
Je nach Quelle liegt ein anderes System vorne, weil die Zählweisen verschieden sind. Store Leads zählt alle erkannten aktiven Shops in Deutschland, also auch sehr kleine:
| Shopsystem | Aktive Shops in Deutschland laut Store Leads |
|---|---|
| WooCommerce | 116.216 |
| Shopify | 102.909 |
| Wix | 20.820 |
| Shopware | 20.099 |
| JTL-Shop | 5.624 |
| Gambio | 4.859 |
Quelle: Länderberichte von Store Leads, Stand 9. Oktober 2026. Bei den großen Händlern sieht es anders aus: Unter den 1.000 relevantesten B2C-Onlineshops liegt laut EHI Shopware mit 12,5 % vorne. Die E-Commerce-Marktstudie 2026 des Anbieters Uptain, über die Onlinemarktplatz.de im Mai 2026 berichtet hat, wertet Daten aus über 3.000 deutschen Shops aus: Shopify kommt dort auf 31,7 %, Shopware auf 25,7 %, JTL auf 14,0 %, plentymarkets auf 8,8 % und WooCommerce auf 6,2 %. Gezählt sind allerdings nur Shops, die das Uptain-Tool einsetzen.
So haben wir verglichen
Alle Preise, Gebühren und Grenzen stammen von den offiziellen Preis- und Hilfeseiten der Anbieter, die wir am 15. Oktober 2026 aufgerufen haben. Seiten, die erst per JavaScript laden, haben wir in einem Browser gerendert. Wo sich Anbieterseiten widersprechen, etwa bei den Rechtstexten von Gambio, schreiben wir das dazu, statt uns eine Version auszusuchen. Shopify und Wix haben wir zusätzlich in eigenen Tests bewertet.
Auf dieser Seite gibt es keine Affiliate-Links, und wir bekommen derzeit von keinem der verglichenen Shopsysteme Geld. Wie wir allgemein testen und bewerten, steht auf unserer Seite So testen wir. Wenn du nach dem Shopsystem passende Tools suchst, hilft dir unser Tool-Finder.
Häufige Fragen zum Shopsystem-Vergleich
Welches Shopsystem ist für einen kleinen Shop in Deutschland am besten?
Was kostet ein Onlineshop im Monat?
Shopify oder Shopware: Was ist besser?
Shopify oder WooCommerce für Anfänger?
Ist Shopware kostenlos?
Ist JTL kostenlos?
Welches Shopsystem eignet sich für B2B?
Ist Wix als Shopsystem in Deutschland geeignet?
Welches Shopsystem eignet sich für Dropshipping?
Kann ich das Shopsystem später wechseln?
Stand dieser Seite: 15. Oktober 2026. Preise und Konditionen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.