Zum Inhalt springen

Buchhaltungssoftware mit Amazon- und Shopify-Schnittstelle: Vergleich für Onlinehändler

von Dominik Reuter | Okt. 11, 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Logos auf der Integrationsseite sagen nichts darüber, was wirklich gebucht wird. Entscheidend sind vier Fragen: Werden Bestellungen oder auch Zahlungen übertragen? Werden Amazon-Auszahlungen in Verkäufe, Gebühren und Erstattungen zerlegt? Gibt es den DATEV-Export für den Steuerberater? Und was kostet die Partner-App obendrauf?
  • Amazon-Schwerpunkt: BuchhaltungsButler* ist die einzige der drei Lösungen mit eigener Amazon-Schnittstelle, die Auszahlungen nach Abrechnungsberichten aufteilt. E-Commerce Smart kostet 54,90 €/Monat bei jährlicher Laufzeit, die Schnittstelle ist enthalten.
  • Shopify-Schwerpunkt: Lexware Office* plus die Shopify-App von Eshop Guide erstellt Rechnungen, gleicht Zahlungen ab und bucht Shopify-Payments-Gebühren, ab 12,90 € plus 11,49 €/Monat. Für EU-Rechnungen und OSS brauchst du das XL-Paket.
  • sevDesk hängt bei Shopify an denselben Partner-Apps und bei Amazon an Billbee, das die einbehaltenen Amazon-Gebühren nicht abgleichen kann. Für reine Shopify-Händler brauchbar, für Marktplatz-Händler die schwächste Wahl.
  • Alle Preise haben wir am 11. Oktober 2026 auf den Anbieterseiten geprüft. Was wir nicht belegen konnten, steht als offener Prüfpunkt in der Tabelle.

Die Amazon-Auszahlung kommt alle zwei Wochen aufs Konto, und sie sieht aus wie Umsatz. Ist sie aber nicht. In der Summe stecken Verkäufe, Erstattungen, Verkaufsprovisionen, FBA-Gebühren, Werbekosten und ein einbehaltener Reservebetrag, alles gegeneinander verrechnet. Wer diesen Betrag als Erlös bucht, hat eine Buchhaltung, die bei der nächsten Betriebsprüfung auseinanderfällt.

Shopify ist freundlicher, hat aber dasselbe Muster im Kleinen: Shopify Payments zahlt gesammelt aus, zieht vorher die Transaktionsgebühren ab, und jede Rückerstattung verändert die Summe. Eine Buchhaltungssoftware für Onlinehändler muss beides sauber auflösen, Bestellung für Bestellung, Gebühr für Gebühr.

Wir haben für Lexware Office, sevDesk und BuchhaltungsButler nachgelesen, was die Schnittstellen laut Hilfe-Centern und App-Stores tatsächlich übertragen, was sie kosten und wo die dokumentierten Grenzen liegen. Den allgemeinen Vergleich der drei Programme findest du in unserem Dreiervergleich, hier geht es nur um die Frage: Wer bucht Amazon und Shopify wirklich?

Was eine Amazon- und Shopify-Schnittstelle in der Buchhaltung leisten muss

Amazon rechnet mit Händlern in Abrechnungszeiträumen ab, in der Regel alle 14 Tage. Der Abrechnungsbericht (Settlement Report) fasst dabei alles zusammen, was in dieser Zeit passiert ist: Produktverkäufe, Rückerstattungen, Verkaufsgebühren, FBA-Gebühren für Lagerung und Versand, Werbekosten aus Amazon PPC und eine Reserve, die Amazon zurückhält und später freigibt. Ausgezahlt wird nur der Saldo. Wie tückisch das im Alltag ist, beschreibt unser Beitrag zur Amazon-Buchhaltung im 14-Tage-Zyklus.

Steuerlich ist die Lage eindeutig. Nach § 146 Abgabenordnung sind Buchungen „einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet“ vorzunehmen, und die GoBD verlangen in Randziffer 36 die lückenlose Einzelaufzeichnung jedes Geschäftsvorfalls. Jeder Verkauf, jede Erstattung und jede Gebühr ist ein eigener Geschäftsvorfall. Für Bilanzierer kommt das Verrechnungsverbot aus § 246 HGB dazu: Aufwendungen dürfen nicht mit Erträgen verrechnet werden, Gebühren also nicht einfach vom Umsatz abgezogen. Und Randziffer 41 der GoBD verbietet, denselben Geschäftsvorfall doppelt zu erfassen, was bei automatischen Schnittstellen plus manuellem Upload schneller passiert, als man denkt.

Seit dem 1. August 2024 stellt zudem die Amazon EU S.à r.l. ihre Gebührenrechnungen mit 19 Prozent deutscher Umsatzsteuer aus, statt wie früher im Reverse-Charge-Verfahren. Die Vorsteuer bekommst du zurück, aber nur, wenn die Gebühren als eigene Belege in der Buchhaltung landen. Verkaufst du an Privatkunden in anderen EU-Ländern, kommt das OSS-Verfahren dazu: Ab 10.000 Euro grenzüberschreitendem Umsatz im Jahr gilt die Umsatzsteuer des Ziellandes, gemeldet vierteljährlich über das Bundeszentralamt für Steuern. Lagerst du Ware über Pan-EU in anderen Ländern, reicht OSS nicht mehr, dann brauchst du dort eigene Registrierungen.

Daraus ergibt sich, was eine Schnittstelle können muss: Bestellungen als Ausgangsrechnungen übernehmen, Zahlungen den Rechnungen zuordnen, Gebühren und Erstattungen als eigene Vorgänge buchen, die Auszahlung als Geldtransit abgleichen und alles für den Steuerberater im DATEV-Format exportieren. Genau an diesen fünf Punkten haben wir die drei Programme gemessen.

Vergleichstabelle für Amazon- und Shopify-Händler

Jede Zelle beruht auf den Preisseiten, Hilfe-Artikeln und App-Store-Einträgen der Anbieter vom 11. Oktober 2026. Wo die Anbieter etwas nicht dokumentieren, steht das als Prüfpunkt, nicht als Schätzung.

Kriterium Lexware Office sevDesk BuchhaltungsButler
Amazon-Anbindung nicht nativ für Verkäufe; über Billbee oder DreamRobot. Die eigene „Amazon Business“-Schnittstelle importiert nur Eingangsrechnungen deiner Einkäufe (Pilotbetrieb) nicht nativ; nur über Billbee („Amazon by Billbee“) nativ (Amazon MWS): Import der Abrechnungsberichte je Marktplatz, Gebühren werden getrennt gebucht
Shopify-Anbindung über Partner-App von Eshop Guide (offizieller Partner) oder Appify über Partner-Apps von Eshop Guide oder Appify, sevDesk richtet laut Hilfe keine Anbindung ein nativ, eigene kostenlose Shopify-App, aber nur für Zahlungen
Synchronisierte Vorgänge Shopify Rechnungen und Gutschriften je Bestellung, Kundendaten, Zahlungen von Shopify Payments, PayPal, Klarna, Amazon Pay; Shopify-Payments-Gebühren als Belege; Payouts; OSS-konforme Belege; E-Rechnung Rechnungen, Gutschriften, Angebote (Premium), Zahlungen und Zahlungskonten, Kundendaten, Rückerstattungen als Gutschrift; Shopify-Payments-Gebühren als Ausgabenbelege (Eshop-Guide-App) Zahlungen und Payment-Referenzen, automatischer Split der Shopify-Gebühren, Abgleich mit Ausgangsrechnungen. Keine Rechnungserstellung aus Shopify-Bestellungen: Rechnungen kommen aus dem eigenen Rechnungsmodul, Billbee oder per Upload
Synchronisierte Vorgänge Amazon über Billbee: Bestellungen mit erstellter Rechnung, Export alle paar Stunden, Rechnungen kommen unbezahlt an, Zahlungsabgleich in Lexware Office; Gebühren und Auszahlungen nicht enthalten über Billbee: Bestellungen und Ausgangsrechnungen, Zahlungen je nach Einstellung, Kontakte optional; Gebühren, Erstattungen und Auszahlungen werden auf der sevDesk-Seite nicht erwähnt Verkäufe, Erstattungen, Verkaufsprovisionen, FBA-Gebühren, Werbekosten, Reserve, Reverse Charge bei EU-Gebühren; Abgleich der Auszahlung über Geldtransit; Ausgangsrechnungen per Upload oder Billbee
DATEV und Steuerberater DATEV-Export laut Anbieter in allen Paketen, Steuerberater-Zugang kostenlos in S bis XL, DATEVconnect online DATEV-Schnittstelle und Steuerberater-Zugang ab Tarif Rechnung, nicht im Gratis-Tarif DATEV-Export in allen Paketen, Steuerberater-Zugang in allen Paketen, DATEV-Marktplatz-Partner seit 2023
Preis Software (netto/Monat) M 12,90 € (Rechnungen), L 21,90 € (Buchhaltung, UStVA), XL 32,90 € (EU-Rechnungen, OSS-Steuersätze, API); monatlich kündbar Rechnung ab 11,90 €, Buchhaltung 25,90 €, Buchhaltung Pro 34,90 € bei monatlicher Laufzeit; bei 12 und 24 Monaten weist die Preisseite niedrigere Preise aus, aktuell 50 % Neukundenrabatt E-Commerce Smart 54,90 € (jährlich) oder 84,90 € (monatlich), 1 Schnittstelle und 500 Belege enthalten; E-Commerce Premium 99,90 € / 119,90 €, alle Schnittstellen, 1.000 Belege
Partner-App oder Middleware nötig Shopify: Eshop-Guide-App Standard 11,49 €, Premium 22,99 €/Monat (Abrechnung in US-Dollar). Amazon: Billbee ab 9 €/Monat, nach Bestellmenge Shopify: Eshop-Guide-App 11,49 €/22,99 € oder Appify-App 8,99 €/18,99 €. Amazon: Billbee. Zahlungen anderer Anbieter: PayJoe In Light, Smart und Premium kostet jede Schnittstelle 19,90 €/Monat extra. Für Rechnungen aus Shopify- oder Amazon-Bestellungen Billbee oder Amainvoice
Dokumentierte Einschränkungen Gebühren-Sync nur für Shopify Payments in Euro, nicht rückwirkend; Gebühren von PayPal und Klarna bleiben Handarbeit; Rechnungserstellung per App erst ab M, OSS und EU-Rechnungen erst ab XL; wiederkehrende Berichte über Verbindungsabbrüche der App Billbee kann die von Amazon einbehaltenen Gebühren nicht abgleichen; kein Gebühren-Splitting für Marktplatz-Auszahlungen; Billbee und Shopify-Setup verlangen einen API-Token, ob dafür „Buchhaltung Pro“ nötig ist, dokumentiert sevDesk nicht Shopify-App ohne Rechnungserstellung, im App Store nur eine Bewertung (3,0); Amazon-Import startet erst, wenn ein Abrechnungsbericht vorliegt; keine Duplikatsprüfung beim CSV-Import auf bestehende Konten; Klarna nur über PayJoe
Geeignet für Shopify-Shops mit Shopify Payments, die günstig starten und monatlich kündbar bleiben wollen Solo-Händler mit einem Shopify-Shop, die den Gratis-Einstieg und die App schätzen Amazon-FBA- und Multichannel-Händler, bei denen die Gebührenzerlegung Pflicht ist

Preise netto, Stand 11. Oktober 2026. Die Eshop-Guide-Apps werden von Shopify in US-Dollar abgerechnet, der Euro-Preis ist die Anzeige im deutschen App Store. Aktionsrabatte haben wir bewusst weggelassen.

sevDesk für Amazon und Shopify

sevDesk ist die zugänglichste Buchhaltung der drei, mit echtem Gratis-Tarif und der besten App, das haben wir im sevDesk-Test ausführlich beschrieben. Für Marktplatz-Händler ist es aber die Lösung mit den meisten Zwischenschritten. Shopify läuft ausschließlich über Partner-Apps, sevDesk schreibt in seiner Hilfe selbst, dass es keine Anbindungen für dich einrichtet und für Fragen an Eshop Guide oder Appify verweist. Die Eshop-Guide-App „sevdesk Buchhaltung 2026+“ (4,7 Sterne aus 87 Bewertungen) erstellt Rechnungen und Gutschriften je Bestellung, ordnet Zahlungen zu und bucht Shopify-Payments-Gebühren als eigene Ausgabenbelege auf das Gebührenkonto. Das funktioniert, kostet aber 11,49 Euro im Monat zusätzlich zum sevDesk-Abo, und mehrere App-Store-Bewertungen beklagen genau das: Man zahle für sevDesk und werde dann noch einmal zur Kasse gebeten.

Amazon, eBay und Etsy laufen nur über Billbee. Billbee überträgt Bestellungen und Ausgangsrechnungen an sevDesk, Zahlungen je nach Einstellung. Was fehlt, steht in Billbees eigener Hilfe: Beim Amazon-Zahlungsabgleich „können nur die Zahlungen der Kund:innen eingelesen werden. Die von Amazon einbehaltenen Gebühren können nicht abgeglichen werden.“ Die Gebührenzerlegung der Auszahlung bleibt also bei dir oder bei einem weiteren Tool wie PayJoe, das sevDesk für Zahlungsdaten von eBay, Stripe und Shopify empfiehlt. Für einen Shop mit Amazon als Hauptkanal heißt das: drei Abos, drei Oberflächen, und die 14-Tage-Abrechnung trotzdem von Hand.

Offen bleibt ein Punkt, den sevDesk nicht dokumentiert: Billbee und die Shopify-Apps brauchen einen API-Token aus sevDesk, die REST-API ist laut Hilfe aber erst im Tarif „Buchhaltung Pro“ für 34,90 Euro enthalten, während die Preisseite „alle Integrationen aus dem Marktplatz“ ab dem Tarif „Rechnung“ verspricht. Vor der Buchung beim Support klären, welcher Tarif für die Anbindung reicht.

sevDesk kostenlos testen* →

✓ Gratis-Tarif mit 3 Rechnungen im Monat · ✓ Shopify über Partner-App · Zum ausführlichen sevDesk-Test →

Lexware Office für Amazon und Shopify

Lexware Office hat für Shopify den offiziellsten Weg: Auf lexware.de/partner/shopify verweist der Hersteller selbst auf die App von Eshop Guide, die mit 4,6 Sternen aus 281 Bewertungen die meistgenutzte Buchhaltungs-App für deutsche Shopify-Shops ist. Sie erstellt Rechnungen und Gutschriften für jede Bestellung, überträgt Zahlungen von Shopify Payments, PayPal, Klarna und Amazon Pay, bucht die Shopify-Payments-Gebühren als Belege und legt OSS-konforme Belege an. Dazu kommt die Bankanbindung von Lexware Office, mit der die Sammelauszahlung als Geldtransit abgeglichen wird. Was der Hersteller sonst kann, steht im Lexware Office Test.

Die Grenzen sind in der Dokumentation von Eshop Guide sauber beschrieben, und man sollte sie kennen. Der Gebühren-Sync gilt nur für Shopify Payments und nur für Zahlungen in Euro, nicht rückwirkend ab Aktivierung. Gebühren von PayPal oder Klarna bleiben Handarbeit, meist per CSV auf ein Gebührenkonto. Und wer den Sync aktiviert, darf die Shopify-Sammelrechnungen nicht mehr manuell hochladen, sonst entstehen Doppelbuchungen, genau das, was die GoBD verbieten. Beim Tarif gilt: Rechnungen per App erst ab Paket M, EU-Rechnungen und OSS-Steuersätze erst ab XL für 32,90 Euro. Ein App-Nutzer schreibt dazu im Januar 2026, man brauche „das XL abo für 30 euro damit es optimal funktioniert“. In den Ein-Stern-Bewertungen der App wiederholt sich ein Thema: Verbindungsabbrüche, in einem Fall mit „tausende fehlende oder fehlerhafte Belege“. Das ist eine Minderheit der Stimmen, aber eine, die man vor dem Jahresabschluss nicht erleben will. Ein regelmäßiger Abgleich der Rechnungsnummern mit den Shopify-Bestellungen gehört deshalb zur Routine.

Für Amazon-Verkäufe hat Lexware Office keine eigene Schnittstelle. Die auf der Funktionsseite beworbene „Amazon Business“-Anbindung importiert nur Eingangsrechnungen deiner Einkäufe und ist laut Hilfe „nicht geeignet zur Verwendung mit Amazon Seller Central Accounts“. Verkäufe laufen über Billbee oder DreamRobot: Billbee überträgt nur Bestellungen, für die bereits eine Rechnung erstellt wurde, in Abständen von drei bis vier Stunden, und die Rechnungen kommen unbezahlt an. Zahlungsabgleich und Gebühren sind dann Sache von Lexware Office und einem Tool wie PayJoe. Machbar, aber kein Vergleich zu einer nativen Amazon-Anbindung.

Lexware Office 30 Tage kostenlos testen* →

✓ monatlich kündbar · ✓ DATEV-Export in allen Paketen · ✓ Shopify-App des offiziellen Partners

BuchhaltungsButler für Amazon und Shopify

BuchhaltungsButler ist das einzige der drei Programme, das Amazon-Abrechnungen selbst versteht. Die Amazon-Schnittstelle liest die Abrechnungsberichte aus Seller Central ein, legt je Marktplatz ein eigenes Zahlungskonto an und zerlegt jede Auszahlung in Verkäufe, Erstattungen, Verkaufsprovisionen, FBA-Gebühren, Werbekosten und Reserve. Gebühren von EU-Gesellschaften bekommen automatisch den Reverse-Charge-Steuerschlüssel, die Auszahlung wird über ein Geldtransitkonto mit der Bank abgeglichen, und nach jedem Abrechnungslauf soll das virtuelle Amazon-Konto wieder bei null stehen. So beschreibt es der Anbieter in seinem Wiki vom August 2026, mit dem Hinweis, dass bei Pan-EU-Verkäufen je Lieferland unterschiedliche Steuersätze zu berücksichtigen sind. Auf OMR Reviews bestätigt ein Onlinehändler: „Die Amazon-Schnittstelle läuft ganz von alleine. Gebühren werden direkt getrennt verbucht.“ Die Software insgesamt haben wir im BuchhaltungsButler-Test bewertet.

Bei Shopify ist das Bild anders, und hier lohnt es sich, genau zu lesen. Die eigene Shopify-App ist kostenlos und überträgt Zahlungen samt Payment-Referenz, teilt die Shopify-Gebühren automatisch auf und gleicht die Erlöse mit Ausgangsrechnungen ab. Rechnungen aus Shopify-Bestellungen erzeugt sie nicht. Die müssen aus dem Rechnungsmodul von BuchhaltungsButler, aus Billbee oder per Upload kommen. Für einen reinen Shopify-Shop mit 100 Bestellungen im Monat heißt das in der Praxis: Billbee dazu, das die Rechnungen schreibt und an BuchhaltungsButler übergibt. Die Shopify-App hat im App Store bisher eine einzige Bewertung, drei Sterne, mit einer Fehlermeldung beim Login. Das ist kein Urteil über die Technik, aber ein Hinweis, dass sie wenig verbreitet ist.

Beim Preis musst du die Paketlogik kennen. In Light, Smart und Premium kostet jede Marktplatz- oder Shop-Schnittstelle 19,90 Euro im Monat extra. Erst E-Commerce Smart für 54,90 Euro bei jährlicher Laufzeit enthält eine Schnittstelle, 500 Belege, OSS-Buchung und -Meldung sowie das Matching der Ausgangsrechnungen über die Transaktions-ID; E-Commerce Premium für 99,90 Euro enthält alle Schnittstellen und 1.000 Belege. Monatlich kündbar ist das Ganze nur zu höheren Preisen (84,90 beziehungsweise 119,90 Euro). Dafür sind DATEV-Export und Steuerberater-Zugang in jedem Paket dabei. Auf Trustpilot (4,0 aus 205 Bewertungen) kritisieren Nutzer vor allem den Preis und die Erreichbarkeit des Supports; eine Bewertung vom Oktober 2026 meldet doppelt aufgeführte PayPal-Zahlungen.

BuchhaltungsButler 14 Tage kostenlos testen* →

✓ eigene Amazon-Schnittstelle mit Gebührenzerlegung · ✓ 30 Tage Geld-zurück · ✓ DATEV in allen Paketen

Native Schnittstelle oder Middleware?

Eine native Schnittstelle sitzt direkt in der Buchhaltungssoftware und holt die Daten selbst, so wie BuchhaltungsButler bei Amazon. Middleware ist ein Zwischenwerkzeug, das zwischen Shop oder Marktplatz und Buchhaltung steht: Es erzeugt Rechnungen, sammelt Zahlungen ein und übergibt beides in dem Format, das die Buchhaltung versteht. Beide Wege funktionieren, sie unterscheiden sich in Kosten, Fehlerquellen und darin, wer bei Problemen zuständig ist.

Für die Amazon-Frage ist das der entscheidende Punkt: Die Middleware muss die Sammelauszahlung in Einzeltransaktionen auflösen und Zahlungen, Erstattungen, Gebühren und Auszahlungsbeträge getrennt an die Buchhaltung übergeben. Nicht jede tut das. Die gängigen Werkzeuge im Überblick, Preise netto vom 11. Oktober 2026:

Middleware Was sie übergibt Ziele Preis Grenze
Billbee Bestellungen und Rechnungen aus Amazon, eBay, Etsy, Shopify; Kundenzahlungen von Amazon bis 90 Tage rückwirkend sevDesk, Lexware Office, BuchhaltungsButler, DATEV, PayJoe u. a. nach Bestellmenge, mindestens 9 €/Monat; laut Preisrechner rund 33 € bei 50, 48 € bei 100 und 80 € bei 200 Bestellungen einbehaltene Amazon-Gebühren werden nicht abgeglichen; Zahlungsabgleich nur, wenn Amazon den Account dafür freigeschaltet hat
PayJoe Zahlungen von PayPal, Amazon, Klarna, Stripe, Mollie als Einzeltransaktionen mit Rechnungsnummer, Gebühren auf Gebührenkonto, Auszahlung als Geldtransit DATEV, Lexware Office, sevDesk, Agenda; BuchhaltungsButler über finAPI 4,20 € je Zugang/Monat plus 0,05 € je Datensatz bis 3.000, 20 € Startguthaben, keine Mindestlaufzeit erzeugt keine Rechnungen, nur Zahlungen; Staffelpreise ab 3.001 Datensätzen nur als Grafik ausgewiesen
Amainvoice Amazon-Rechnungen und Abrechnungsberichte, OSS- und Umsatzsteuerlogik Buchhaltung und Steuerberater (Exportziele auf der Preisseite nicht genannt) 43 €/Monat pauschal bis 200 Belege, darüber 0,24 € je Beleg, gedeckelt bei 153 € nur Amazon
easybill Rechnungen aus Amazon (API und CSV, FBA und FBM), eBay, Shopify; Amazon-Steuerberichte DATEV und Lexware Office in allen Tarifen Marktplatz-Anbindung ab Professional, 39 €/Monat oder 25 € bei jährlicher Zahlung sevDesk und BuchhaltungsButler nicht als Ziel gelistet

Was das für die Praxis heißt, zeigt unser Beitrag zur Zahlungsabstimmung mit PayJoe: Die Transaktionen kommen einzeln mit Rechnungsnummer an, die Gebühren landen auf dem Gebührenkonto, die Auszahlung geht über Geldtransit. Dieses Muster, Verrechnungskonto je Zahlungsanbieter plus Geldtransit, ist bei allen Anbietern dasselbe, egal ob native Schnittstelle oder Middleware. Es ist auch die Logik, die dein Steuerberater erwartet.

Was das im Monat kostet: drei Rechenbeispiele

Annahme: 100 Bestellungen im Monat, Preise netto vom 11. Oktober 2026, ohne Aktionsrabatte, Billbee nach Preisrechner. Die Beispiele sind unsere Rechnung, keine Angebote der Anbieter.

Händlerprofil Lexware Office sevDesk BuchhaltungsButler
Nur Shopify, Shopify Payments, Kunden in Deutschland M 12,90 € + Eshop-Guide-App 11,49 € = rund 24 €; mit UStVA in L: rund 33 € Rechnung 11,90 € + Eshop-Guide-App 11,49 € = rund 23 €; mit Buchhaltung: rund 37 € E-Commerce Smart 54,90 € + Billbee rund 48 € für die Rechnungen = rund 103 €
Amazon FBA mit Gebühren, Erstattungen, Werbekosten L 21,90 € + Billbee rund 48 € + PayJoe rund 9 € = rund 79 €, Gebührenzerlegung trotzdem zum Teil manuell Buchhaltung 25,90 € + Billbee rund 48 € = rund 74 €, ohne Abgleich der einbehaltenen Gebühren E-Commerce Smart 54,90 € mit nativer Amazon-Schnittstelle + Rechnungen über Amainvoice 43 € oder Billbee rund 48 € = rund 98 bis 103 €, Gebühren automatisch zerlegt
Shopify plus Amazon plus EU-Kunden (OSS) XL 32,90 € + App 11,49 € + Billbee rund 48 € + PayJoe rund 9 € = rund 101 € Buchhaltung Pro 34,90 € + App 11,49 € + Billbee rund 48 € + PayJoe rund 9 € = rund 103 € E-Commerce Premium 99,90 € mit allen Schnittstellen und OSS + Billbee rund 48 € = rund 148 €

Die Zahlen zeigen, warum die Antwort vom Händlerprofil abhängt. Für einen reinen Shopify-Shop ist BuchhaltungsButler vier Mal so teuer wie die beiden anderen, ohne dass du davon etwas hättest. Für einen Amazon-Händler liegen alle drei bei 75 bis 105 Euro, aber nur bei einem davon ist die Gebührenzerlegung Teil des Preises statt deiner Arbeitszeit. Rechne mit zwei bis fünf Stunden Einrichtung, die nennt BuchhaltungsButler selbst, und mit einem Monat Parallelkontrolle, bevor du dich auf die Automatik verlässt.

Welche Lösung passt zu welchem Händlerprofil?

Shopify-Schwerpunkt, Kunden überwiegend in Deutschland. Lexware Office M oder L plus die Eshop-Guide-App. Rechnungen, Zahlungen und Shopify-Payments-Gebühren laufen automatisch, der DATEV-Export ist dabei, und du bleibst monatlich kündbar. sevDesk mit derselben App ist die Alternative, wenn du den Gratis-Tarif zum Start nutzen willst und mit dem Gebühren-Thema bei PayPal leben kannst. Prüfkriterien aus der Tabelle: Rechnungserstellung je Bestellung, Gebühren-Sync, Tarifvoraussetzung.

Amazon FBA mit komplexen Abrechnungen. BuchhaltungsButler E-Commerce Smart, weil die native Schnittstelle die Auszahlung in ihre Bestandteile zerlegt, die Reserve führt und den Reverse-Charge-Schlüssel setzt. Für die Ausgangsrechnungen Amainvoice oder Billbee dazu. Prüfkriterien: Abrechnungsberichte je Marktplatz, Gebührentrennung, Geldtransit, Steuersätze bei Pan-EU.

Multichannel mit Steuerberater-Übergabe. Wenn Amazon, Shopify und eBay zusammenkommen und der Steuerberater monatlich übernimmt, zählt der sauberste DATEV-Export mit Einzelbelegen. BuchhaltungsButler E-Commerce Premium liefert alle Schnittstellen aus einer Hand; Lexware Office XL mit Billbee und PayJoe ist der günstigere Baukasten, bei dem du drei Anbieter koordinierst. Prüfkriterien: DATEV-Buchungsdatenservice, Belegkontingent, Anzahl der Nutzerzugänge, OSS-Meldung.

Was Nutzer über die Schnittstellen sagen

Die Bewertungsplattformen sprechen selten über Schnittstellen, die App-Stores dafür umso mehr. Bei der Lexware-Office-App von Eshop Guide (4,6 aus 281) stehen 245 Fünf-Sterne-Bewertungen wie „in Verbindung mit Shopify ist es wirklich eine ungeheure Zeitersparnis“ neben zwölf Ein-Stern-Bewertungen, die fast alle Verbindungsabbrüche oder fehlende Belege bei Sonderfällen beschreiben, etwa Bestellungen mit österreichischer Umsatzsteuer. Bei der sevDesk-App von Appify (4,3 aus 49) geht es in den kritischen Stimmen ums Abo-Modell, das für kleine Shops mit schwankendem Bestelleingang unattraktiv sei; der Entwickler antwortet auf die meisten Kritiken und verweist auf unveränderte Preise seit 2022. BuchhaltungsButler sammelt sein Lob auf OMR Reviews (4,7 aus 167), wo die Amazon-Anbindung mehrfach als Grund genannt wird, und seine Kritik auf Trustpilot (4,0 aus 205), wo Support-Wartezeiten und Preiserhöhungen für Bestandskunden dominieren.

Ein Muster zieht sich durch alle drei: Die Automatik funktioniert bei Standardfällen gut und scheitert an Sonderfällen wie Trinkgeld-Funktionen, Auslandsbestellungen außerhalb der EU oder Gutscheinen. Wer eine Schnittstelle einrichtet, sollte die ersten vier Wochen jede Rechnungsnummer gegen die Bestellliste prüfen.

Unser Fazit

Die Frage „Welche Buchhaltungssoftware hat Schnittstellen zu Amazon und Shopify?“ hat eine kurze und eine ehrliche Antwort. Die kurze: alle drei. Die ehrliche: Nur BuchhaltungsButler bucht Amazon-Auszahlungen ohne Zwischenwerkzeug korrekt, nur Lexware Office und sevDesk erstellen über ihre Partner-Apps Rechnungen aus Shopify-Bestellungen. Wer beides braucht, kombiniert, und zahlt dafür zwischen 100 und 150 Euro im Monat. Wer nur Shopify hat, kommt mit rund 25 Euro aus. Teste mit deinen echten Daten: Alle drei Programme und die Partner-Apps haben kostenlose Testphasen, und ein Abrechnungszeitraum von Amazon reicht, um zu sehen, ob die Gebühren dort landen, wo sie hingehören.

Weitere geprüfte Werkzeuge für deine Finanzen findest du in der Kategorie Buchhaltung. Was FBA bedeutet und wie das Seller Central aufgebaut ist, erklärt unser Glossar.

Häufige Fragen zu Buchhaltungssoftware mit Amazon- und Shopify-Schnittstelle

Welche Buchhaltungssoftware hat Schnittstellen zu Amazon und Shopify?
BuchhaltungsButler hat eigene Schnittstellen zu beiden: Amazon mit Zerlegung der Auszahlungen in Verkäufe, Gebühren und Erstattungen, Shopify für Zahlungen und Gebühren. Lexware Office und sevDesk binden Shopify über Partner-Apps von Eshop Guide oder Appify an, die Rechnungen erstellen und Zahlungen abgleichen; Amazon läuft bei beiden nur über Middleware wie Billbee. Stand 11. Oktober 2026.
Warum reicht der Amazon-Auszahlungsbetrag nicht für die Buchhaltung?
Weil er ein Saldo ist: Verkäufe minus Erstattungen, Verkaufsprovisionen, FBA-Gebühren, Werbekosten und Reserve. Nach § 146 AO und den GoBD muss jeder dieser Vorgänge einzeln erfasst werden, für Bilanzierer verbietet § 246 HGB zudem die Verrechnung von Aufwand mit Ertrag. Dazu stellt Amazon seine Gebühren seit August 2024 mit 19 Prozent Umsatzsteuer in Rechnung; die Vorsteuer bekommst du nur zurück, wenn die Gebührenbelege einzeln gebucht sind.
Brauche ich für sevDesk bei Amazon Billbee?
Ja. sevDesk hat keine eigene Amazon-Schnittstelle und listet auf seiner Integrationsseite nur „Amazon by Billbee“. Billbee überträgt Bestellungen, Rechnungen und Kundenzahlungen, kann laut eigener Hilfe aber die von Amazon einbehaltenen Gebühren nicht abgleichen. Die Gebührenzerlegung der Auszahlung bleibt damit Handarbeit oder Aufgabe eines weiteren Tools wie PayJoe.
Welche Daten sollte ein DATEV-Export für Onlinehändler abdecken?
Buchungssätze mit Einzelbelegen je Bestellung, die Belegbilder der Ausgangsrechnungen, die Gebührenbelege der Marktplätze und Zahlungsanbieter als eigene Vorgänge, die Zahlungen auf Verrechnungskonten je Anbieter und die Auszahlungen als Geldtransit. Lexware Office, sevDesk (ab Tarif Rechnung) und BuchhaltungsButler bieten DATEV-Exporte und einen Steuerberater-Zugang; Lexware Office und BuchhaltungsButler zusätzlich den DATEV-Buchungsdatenservice.
Wann ist eine Middleware sinnvoll?
Wenn deine Buchhaltungssoftware einen Kanal nicht nativ kann oder wenn du Rechnungen zentral für mehrere Kanäle erzeugen willst. Billbee schreibt Rechnungen für Amazon, eBay, Etsy und Shopify und übergibt sie an alle drei Programme (ab 9 Euro im Monat, nach Bestellmenge). PayJoe löst Zahlungen von PayPal, Amazon, Klarna und Stripe in Einzeltransaktionen auf (4,20 Euro plus 0,05 Euro je Datensatz). Amainvoice übernimmt Amazon-Rechnungen samt OSS-Logik für 43 Euro pauschal bis 200 Belege. Für einen Shopify-Shop mit Shopify Payments brauchst du bei Lexware Office oder sevDesk keine Middleware, die Partner-App reicht.

Dominik Reuter

Dominik Reuter

Ich verbinde akademisches Fundament (B.Sc. E-Commerce, THWS Würzburg-Schweinfurt) mit echter Praxis-Erfahrung. Durch eigene Launches und die Arbeit mit Top-Marken verstehe ich die Herausforderungen moderner Webshops – von der UX bis zum Fulfillment. Datengetrieben, strategisch, umsetzungsstark.

Weitere Tools