Was ist FBA? Definition und Ablauf
FBA steht für Fulfillment by Amazon, auf Deutsch Versand durch Amazon. Du schickst deine Ware in ein Amazon-Logistikzentrum, und Amazon übernimmt Lagerung, Verpackung, Versand, Retourenabwicklung und den Kundenservice für diese Bestellungen.
Der praktische Vorteil ist die Prime-Kennzeichnung. FBA-Angebote sind automatisch prime-fähig und damit für einen großen Teil der Amazon-Kundschaft die naheliegende Wahl. Zusätzlich verbessert sich die Position im Wettbewerb um die Buy Box.
Welche Kosten anfallen
FBA wird über zwei Hauptposten abgerechnet: eine Versandgebühr je verkaufter Einheit, die sich nach Größe und Gewicht richtet, und eine monatliche Lagergebühr nach beanspruchtem Volumen. Dazu kommt die übliche Verkaufsgebühr, die je nach Kategorie unterschiedlich hoch ausfällt.
Zusätzlich fallen Langzeitlagergebühren für Ware an, die zu lange liegen bleibt. Wer Artikel mit niedrigem Lagerumschlag einlagert, zahlt deshalb doppelt: über gebundenes Kapital und über steigende Gebühren.
Wo die Grenzen liegen
Du gibst die Kontrolle über Verpackung und Kundenkommunikation weitgehend ab. Retouren werden großzügig abgewickelt, was die Retourenquote gegenüber dem eigenen Shop erhöhen kann. Beschädigte oder unverkäufliche Ware wird aussortiert und muss zurückgeholt oder entsorgt werden.
Auch steuerlich ist das Modell anspruchsvoll: Verteilt Amazon deine Ware auf Lager in anderen EU-Ländern, kann dort eine umsatzsteuerliche Registrierungspflicht entstehen. Das OSS-Verfahren deckt diesen Fall nicht ab, weil es nur grenzüberschreitende Verkäufe an Privatpersonen betrifft, nicht die Lagerhaltung im Ausland.
Dieser Eintrag erklärt den Begriff und ersetzt keine Steuerberatung.
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