Was ist Dropshipping? Definition und Funktionsweise
Dropshipping ist ein Handelsmodell, bei dem ein Onlineshop Waren verkauft, die er zu keinem Zeitpunkt selbst lagert. Geht eine Bestellung ein, leitet der Händler sie an einen Lieferanten oder Großhändler weiter, der die Ware direkt an den Endkunden versendet. Der Händler tritt gegenüber dem Käufer als Verkäufer auf und verdient an der Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis.
Der zentrale Unterschied zum klassischen Handel liegt in der Kapitalbindung. Weil keine Ware vorfinanziert und kein Lager unterhalten wird, sinkt die Einstiegshürde deutlich. Im Gegenzug gibt der Händler die Kontrolle über Verpackung, Versanddauer und Warenqualität weitgehend ab.
Wie der Ablauf in der Praxis aussieht
Ein typischer Vorgang durchläuft vier Schritte: Der Kunde bestellt im Shop und bezahlt den Verkaufspreis. Die Bestellung geht automatisiert oder manuell an den Lieferanten. Dieser verpackt und versendet die Ware, häufig neutral ohne eigene Absenderdaten. Der Händler zahlt dem Lieferanten den Einkaufspreis und behält die Marge.
Technisch läuft die Übergabe meist über eine Schnittstelle zwischen Shopsystem und Lieferant. Ohne diese Automatisierung wird die manuelle Weiterleitung ab einem gewissen Bestellvolumen schnell zum Engpass.
Rechtliche Einordnung im DACH-Raum
Auch wenn der Händler die Ware nie sieht, ist er gegenüber dem Kunden vollständig verantwortlich. Das betrifft Gewährleistung, Widerrufsrecht, Lieferzeitangaben und Produktsicherheit. Wer aus Nicht-EU-Ländern bezieht, gilt häufig als Importeur und übernimmt damit Herstellerpflichten, etwa nach der Produktsicherheitsverordnung.
Hinzu kommen Einfuhrumsatzsteuer, Zollanmeldung und die Registrierung nach dem Verpackungsgesetz. Diese Pflichten werden von Einsteigern regelmäßig unterschätzt, weil sie im Marketingversprechen des Modells nicht vorkommen.
Wofür sich das Modell eignet
Dropshipping ist stark im Testen von Produktideen, weil du ein Sortiment ohne Warenrisiko prüfen kannst. Schwächer ist es bei langfristigem Markenaufbau: Lange Lieferzeiten aus Übersee und austauschbare Produkte machen es schwer, Wiederkaufraten aufzubauen. Viele Händler nutzen es deshalb als Einstieg und wechseln später zu europäischen Lieferanten oder eigener Lagerhaltung.
Dieser Eintrag erklärt den Begriff und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
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