Was ist das Widerrufsrecht? Definition
Das Widerrufsrecht erlaubt Verbrauchern, einen im Fernabsatz geschlossenen Vertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen rückgängig zu machen. Rechtsgrundlage sind die §§ 355 ff. BGB. Es gilt für Käufe im Onlineshop, per App, Telefon oder Katalog, nicht jedoch im Ladengeschäft.
Ein Grund muss nicht genannt werden. Der Kunde muss den Widerruf allerdings eindeutig erklären, das bloße Zurücksenden ohne Erklärung genügt nicht.
Wann die Frist beginnt
Bei Warenlieferungen startet die Frist nicht mit dem Vertragsschluss, sondern mit dem Erhalt der Ware durch den Kunden. Bei mehreren Teillieferungen zählt die letzte Sendung. Bei Dienstleistungen und digitalen Inhalten beginnt sie mit dem Vertragsschluss.
Wichtige Ausnahmen
Nicht jeder Vertrag ist widerrufbar. § 312g Abs. 2 BGB nennt unter anderem nach Kundenwunsch individuell angefertigte Ware, schnell verderbliche Produkte, versiegelte Hygieneartikel nach Entfernen der Versiegelung und versiegelte Ton- oder Videoaufnahmen.
Diese Ausnahmen sind eng auszulegen. Ein Produkt, bei dem der Kunde lediglich zwischen vorgegebenen Optionen wählt, gilt in der Regel nicht als individuell angefertigt.
Folgen einer fehlerhaften Belehrung
Informierst du nicht korrekt über das Widerrufsrecht, verlängert sich die Frist auf zwölf Monate und 14 Tage. In dieser Zeit kann der Kunde den Vertrag jederzeit widerrufen. Dazu kommt, dass du die Rücksendekosten nur dann auf den Kunden abwälzen darfst, wenn du ihn vorher korrekt darüber informiert hast.
Seit dem 19. Juni 2026 muss zusätzlich eine elektronische Widerrufsfunktion bereitstehen, der sogenannte Widerrufsbutton nach § 356a BGB.
Dieser Eintrag erklärt den Begriff und ersetzt keine Rechtsberatung.
« Zurück zum Glossar-Index