Was ist die Zolltarifnummer? Definition
Die Zolltarifnummer ordnet jede Ware einer weltweit einheitlichen Warennummer zu. Sie bestimmt, welcher Zollsatz gilt, welche Einfuhrbeschränkungen bestehen und welche Nachweise verlangt werden. Ohne sie ist keine Zollanmeldung möglich.
Grundlage ist das Harmonisierte System der Weltzollorganisation, dessen erste sechs Stellen international gelten. Diese sechs Stellen werden als HS-Code bezeichnet.
Aufbau der Nummer
In der EU wird der HS-Code erweitert. Für die Ausfuhr gilt die achtstellige Nummer der Kombinierten Nomenklatur. Für die Einfuhr kommen weitere Stellen des TARIC hinzu, die Maßnahmen wie Antidumpingzölle und Zollkontingente abbilden.
Je tiefer die Gliederung, desto genauer die Ware beschrieben. Kleine Unterschiede in Material oder Verwendungszweck können zu abweichenden Nummern und deutlich unterschiedlichen Zollsätzen führen.
Wo du die richtige Nummer findest
In Deutschland ist der elektronische Zolltarif EZT-online die maßgebliche Quelle. Bei unklaren Fällen kannst du eine verbindliche Zolltarifauskunft beantragen, die dich rechtlich absichert und mehrere Jahre gilt.
Angaben von Lieferanten sind nur ein Anhaltspunkt. Für die korrekte Einreihung bist du als Anmelder verantwortlich, auch wenn ein Dienstleister die Anmeldung erstellt.
Was eine falsche Einreihung kostet
Eine falsche Nummer führt zu Nachforderungen von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, gegebenenfalls über mehrere Jahre rückwirkend. Bei systematischen Fehlern kommen Bußgelder oder ein Strafverfahren wegen Steuerverkürzung in Betracht.
Für Händler, die aus Drittländern importieren, gehört die Warennummer deshalb zu den Stammdaten jedes Artikels, nicht erst zur Sendungsabwicklung.
Dieser Eintrag erklärt den Begriff und ersetzt keine Steuerberatung.
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