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sevDesk im Test 2026: Kosten, Erfahrungen und die Kündigungsfalle

von | Sep. 4, 2026

TL;DR: sevDesk in 30 Sekunden

  • sevDesk ist eine Cloud-Buchhaltung aus Offenburg für Selbstständige und kleine Firmen: Rechnungen, Belege, Bankabgleich, Umsatzsteuervoranmeldung per ELSTER und Übergabe an die Steuerberatung. Über 170.000 Unternehmen nutzen sie, seit 2025 gehört die Firma zum französischen Konzern Cegid.
  • Der Gratis-Tarif reicht für drei E-Rechnungen im Monat. Die Bezahltarife kosten 12,90, 25,90 und 34,90 € netto, und zwar in allen Laufzeiten gleich. Die früheren Laufzeitrabatte sind seit September 2025 gestrichen.
  • Was du stattdessen bekommst, sind Aktionsrabatte am Anfang: bis zu 70 Prozent für zwölf Monate, wenn du dich 24 Monate bindest. Danach gilt der volle Preis, und der Vertrag verlängert sich automatisch um weitere 24 Monate.
  • Genau diese Verlängerung ist der meistkritisierte Punkt auf Trustpilot: 14 Tage Kündigungsfrist, keine Kulanz, zwei weitere Jahre. Wer das weiß, kann es vermeiden.
  • Für Onlinehändler gilt: Shopify läuft über Partner-Apps, Amazon, eBay und Etsy nur über Billbee, und ein Gebühren-Splitting für Marktplatz-Auszahlungen fehlt. Wer viel über Marktplätze verkauft, ist bei BuchhaltungsButler oder easybill besser aufgehoben.
  • Unsere Bewertung: 3,7 von 5. Sehr gute Bedienung und echter Gratis-Einstieg, Abzüge für Vertragsbedingungen, Support und die dünne Marktplatz-Anbindung.
  • Selbst ausprobieren: sevDesk 14 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte, danach automatisch im Gratis-Tarif.

Die erste Rechnung schreibst du noch in Word. Die zehnte auch. Irgendwann im zweiten Quartal fragt das Finanzamt nach der Umsatzsteuervoranmeldung, die Belege liegen in drei Mail-Postfächern, und du merkst, dass der Steuerberater für das Sortieren mehr berechnet als für das Rechnen. An diesem Punkt suchen die meisten Gründer zum ersten Mal nach einer Buchhaltungssoftware, und sehr viele landen bei sevDesk.

Das Versprechen: Rechnung schreiben in zwei Minuten, Beleg mit dem Handy fotografieren, Bankkonto verbinden, und am Monatsende schickst du die Umsatzsteuervoranmeldung mit einem Klick ans Finanzamt. Für die Steuerberatung gibt es einen eigenen Zugang. Das alles ohne Buchhaltungswissen, so jedenfalls die Werbung.

Wir haben uns angesehen, was der Gratis-Tarif wirklich kann, wie sich die Preise seit der Übernahme durch Cegid verändert haben, was hinter den vielen Einsterne-Bewertungen steckt und ob sevDesk für einen Onlineshop taugt. Denn dort liegt die größte Lücke.

Unsere Bewertung: 3,7 / 5

Die zugänglichste Buchhaltung für Solo-Selbstständige in Deutschland, mit einem Gratis-Tarif, der für den Start reicht, und einer App, die Belege wirklich zuverlässig erkennt. Abzüge gibt es für die automatische Verlängerung um 24 Monate, einen Support, der bei Fachfragen oft nicht weiterkommt, gestrichene Laufzeitrabatte und eine E-Commerce-Anbindung, die für Marktplatzhändler nicht ausreicht.

Bedienung & Einrichtung ★★★★½ 4,6
Funktionsumfang ★★★★☆ 4,2
Preis-Leistung ★★★½☆ 3,6
Vertrag & Kündigung ★★★☆☆ 2,8
Support ★★★☆☆ 3,3
E-Commerce-Anbindung ★★★½☆ 3,6

🔍 Bewertet nach unserem 5-Kriterien-Testverfahren – jede Note ist nachrechenbar.

sevDesk kostenlos testen

Kein Affiliate-Link. Wir verdienen an dieser Empfehlung nichts.

Was ist sevDesk?

sevDesk ist eine Buchhaltungssoftware, die komplett im Browser und in der App läuft. Du schreibst damit Angebote und Rechnungen, sammelst Belege, verbindest dein Geschäftskonto und lässt das Programm Zahlungen und Belege einander zuordnen. Am Ende stehen Umsatzsteuervoranmeldung, Einnahmen-Überschuss-Rechnung und ein Export, den die Steuerberatung direkt in DATEV einlesen kann. Eine Bilanz oder einen Jahresabschluss erstellt sevDesk nicht, das bleibt Aufgabe der Kanzlei.

Gegründet wurde die Firma Ende 2013 in Offenburg von Fabian Silberer und Marco Reinbold, zunächst unter dem Namen SEVENIT. Heute arbeiten rund 230 Menschen in Offenburg und Berlin, die Server stehen bei Amazon Web Services in Deutschland. Im Februar 2025 hat der französische Softwarekonzern Cegid sevDesk komplett übernommen. Reinbold leitet seitdem das DACH-Geschäft von Cegid, Silberer berät. Einen Kaufpreis hat keine der beiden Seiten genannt.

Warum das für dich relevant ist: Sieben Monate nach der Übernahme hat sevDesk die Preisstruktur umgebaut und die Laufzeitrabatte gestrichen. Ob das mit dem neuen Eigentümer zusammenhängt, sagt niemand offiziell. Der Zeitpunkt fällt aber auf.

sevDesk im Video

Einen aktuellen, unabhängigen Vergleich mit dem größten Konkurrenten Lexware Office zeigt dieses Video vom September 2025. Die Oberfläche entspricht dem heutigen Stand:

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Weitere Informationen

Video: Simon (Vergleich Lexware Office und sevDesk, September 2025; die Videobeschreibung enthält Partnerlinks des Kanals)

Die vier Tarife im Überblick

sevDesk staffelt nicht nach Rechnungsanzahl oder Umsatz, sondern nach Funktionen. Alle Bezahltarife enthalten einen Benutzer, die Mobile-App und persönlichen Support. Die Preise sind netto pro Monat.

Tarif Preis Für wen Das Wichtigste
Kostenlos 0 € Nebengewerbe, erste Kunden 3 Rechnungen oder E-Rechnungen im Monat, mehrere Layouts, unbegrenzt Kontakte und Artikel, Kleinunternehmer-Modus. Keine Belege, kein Banking.
Rechnung 12,90 € Freelancer, die nur fakturieren Unbegrenzt Rechnungen und Angebote, E-Rechnung schreiben, eigenes Briefpapier, Zahlungserinnerungen, DATEV-Export, Steuerberater-Zugang, alle Marktplatz-Integrationen.
Buchhaltung 25,90 € Die meisten Selbstständigen Dazu KI-Belegerfassung, E-Rechnungen empfangen, Online-Banking, Umsatzsteuervoranmeldung per ELSTER, EÜR und GuV, Abschreibungen, Mahnstufen, Lieferscheine, Kassenbuch.
Buchhaltung Pro 34,90 € Firmen mit Auswertungsbedarf Dazu Kostenstellen, betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und die REST-API. Die Schnittstelle gibt es nur hier.

Zwei Dinge fallen auf. Erstens sitzt die API im teuersten Tarif. Wer eigene Automatisierungen bauen oder Tools wie Make direkt anschließen will, zahlt 34,90 €, auch wenn er weder Kostenstellen noch BWA braucht. Zweitens gibt es in jedem Tarif nur einen Benutzer. Jeder weitere kostet 5,90 € im Monat.

Die wichtigsten Funktionen

Rechnungen und E-Rechnungen. Rechnung, Angebot, Auftragsbestätigung, Lieferschein und Mahnung bauen aufeinander auf und übernehmen die Positionen. Seit 2025 erzeugt sevDesk in allen Tarifen E-Rechnungen im ZUGFeRD- und XRechnung-Format, und zwar aus demselben Formular wie eine normale Rechnung. Das Empfangen und Auslesen fremder E-Rechnungen gibt es erst ab dem Tarif Buchhaltung. Wiederkehrende Rechnungen, etwa für Abos oder Wartungsverträge, legt das Programm automatisch im gewünschten Rhythmus an.

Belegerfassung mit KI. Du fotografierst den Beleg mit der App oder leitest die Lieferanten-Mail an dein sevDesk-Postfach weiter. Die Software liest Betrag, Datum, Steuersatz und Lieferant aus, schlägt eine Buchungskategorie vor und verknüpft den Beleg mit der passenden Banktransaktion. In den Bewertungen ist das die am häufigsten gelobte Funktion. Belege in Fremdwährung rechnet sevDesk zum Stichtagskurs um.

Online-Banking. Die Anbindung läuft über den lizenzierten Dienstleister finAPI und deckt nach Anbieterangabe über 4.000 Banken ab, darunter Neobanken wie Qonto oder Kontist. Umsätze werden einmal täglich abgeholt, nicht in Echtzeit. PayPal lässt sich als eigenes Zahlungskonto einbinden, die Gebühren erscheinen dann als separate Buchungen.

Steuern. Die Umsatzsteuervoranmeldung geht ohne eigenes ELSTER-Zertifikat direkt ans Finanzamt. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung und die Gewinn- und Verlustrechnung entstehen laufend aus den Buchungen, seit 2026 gibt es zusätzlich eine Summen- und Saldenliste im Beta-Stadium. Die Kleinunternehmerregelung lässt sich in allen Tarifen einstellen, auch im kostenlosen.

Steuerberater-Zugang und DATEV. Deine Kanzlei bekommt ein kostenloses Portal mit Zugriff auf deine Buchungen. Für die Übergabe gibt es den DATEV-Buchungsdatenservice, den Rechnungsdatenservice, CSV- und XML-Exporte sowie eine Anbindung an ADDISON. Wie gut die Übergabe in der Praxis läuft, hängt stark von der Kanzlei ab. Dazu später mehr.

Mobile App. Die App für iOS und Android wurde im Frühjahr 2026 komplett neu gebaut. Belege scannen, Rechnungen schreiben, Angebote erstellen und offene Posten prüfen funktioniert unterwegs. Im App Store steht sie bei 4,4 aus knapp 7.800 Bewertungen, bei Google Play bei 4,5 aus rund 2.900.

Was sevDesk kostet

Die Listenpreise sind einfach: 12,90, 25,90 und 34,90 € netto im Monat, und zwar unabhängig davon, ob du monatlich, jährlich oder für zwei Jahre buchst. Kompliziert wird es durch die Aktionsrabatte, die je nach Laufzeit unterschiedlich lange gelten. So sah es Anfang September 2026 auf der Preisseite aus:

Laufzeit Aktion Rechnung Buchhaltung Buchhaltung Pro
1 Monat 50 % für 3 Monate 6,45 €, dann 12,90 € 12,95 €, dann 25,90 € 17,45 €, dann 34,90 €
12 Monate 50 % für 6 Monate 6,45 €, dann 12,90 € 12,95 €, dann 25,90 € 17,45 €, dann 34,90 €
24 Monate 70 % für 12 Monate 3,87 €, dann 12,90 € 7,77 €, dann 25,90 € 10,47 €, dann 34,90 €

Die Rabatte wechseln regelmäßig, an Black Friday oder zum Jahreswechsel sind sie meist höher. Bezahlt wird per Kreditkarte, PayPal oder Lastschrift, bei Jahres- und Zweijahresverträgen für die gesamte Laufzeit im Voraus. Die Testphase dauert 14 Tage, verlangt keine Kreditkarte und endet automatisch im Gratis-Tarif.

Ein Rechenbeispiel für den Tarif Buchhaltung. Mit 24 Monaten Bindung zahlst du in den ersten zwei Jahren 12 × 7,77 € plus 12 × 25,90 €, zusammen rund 404 € oder 16,84 € im Monat. Mit zwölf Monaten Bindung sind es im ersten Jahr 233 € oder 19,43 € im Monat. Monatlich kündbar kostet das erste Jahr 272 € oder 22,66 € im Monat. Der Preisvorteil der langen Bindung beträgt also rund 6 € im Monat, dafür verlierst du zwei Jahre lang jede Ausstiegsmöglichkeit. Für ein Nebengewerbe, das vielleicht nach einem Jahr wieder ruht, ist das ein schlechter Tausch.

Zu den Tarifen kommen Zusatzmodule: ein weiterer Benutzer 5,90 €, Zeiterfassung 4,90 €, Premium-Layouts 3,90 €, ein zusätzlicher Layout-Slot oder ein weiteres Briefpapier je 4,90 € und die Lagerverwaltung „Inventar“ 19,90 € im Monat. Wer Bestände führen will, landet also mit Buchhaltung plus Inventar bei 45,80 €. Für Einzelfragen bietet sevDesk bezahlte Termine an: Einrichtung 49 €, Buchhaltungsexperte ab 24,90 € je 15 Minuten, Prüfung eines Belegs 3 €.

Der Vertrag verlängert sich um die volle Laufzeit

Laut Hilfecenter und AGB beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage vor Ablauf, und ohne Kündigung verlängert sich das Abo um die ursprünglich gebuchte Laufzeit. Aus 24 Monaten werden also weitere 24 Monate zum vollen Preis, bei Buchhaltung Pro sind das 838 € netto auf einen Schlag. Gekündigt wird im Konto unter Benutzer, Tarif, „Tarif kündigen“ oder per Mail. Trag dir den Stichtag in den Kalender ein, sobald du buchst. Kulanz bei verpasster Frist berichtet auf Trustpilot fast niemand.

Wie sich die Preise entwickelt haben

Bis Juni 2024 kostete der Rechnungstarif 8,90 € und die Buchhaltung 15,90 €. Mit der Tarifreform im Juli 2024 wurden daraus 11,90 und 25,90 €, die Warenwirtschaft wurde zum Add-on, neu kam Buchhaltung Pro für 34,90 €. Wer sich damals für 24 Monate band, zahlte 8,90, 19,90 und 27,90 €. Zum 1. September 2025 hat sevDesk diese Staffel gestrichen und den Rechnungstarif auf 12,90 € angehoben. Für Bestandskunden gilt der neue Preis ab der nächsten Verlängerung.

Für einen Kunden mit Zweijahresvertrag im Tarif Buchhaltung bedeutet das bei der Verlängerung 25,90 statt 19,90 €, ein Plus von 30 Prozent. Beim Rechnungstarif sind es 45 Prozent, bei Pro 25 Prozent. Genau das steht in vielen Einsterne-Bewertungen seit Herbst 2025. Die Einstiegsaktionen dämpfen den Effekt für Neukunden, aber eben nur für die ersten Monate.

sevDesk für Onlinehändler

Hier trennt sich die Zielgruppe. Für Dienstleister, die ein paar Dutzend Rechnungen im Monat schreiben, ist sevDesk komplett. Für einen Shop mit hunderten Bestellungen und Auszahlungen von Marktplätzen und Zahlungsanbietern sieht es anders aus. sevDesk hat keine eigene Anbindung an Amazon, eBay oder Etsy, alles läuft über Partner:

Kanal Weg Was du wissen musst
Shopify Partner-Apps im Shopify App Store Die verbreitetste App „sevdesk Buchhaltung“ kommt von Appify, nicht von sevDesk. Gratis-Version für kleine Shops, Basic 8,99 €, Standard 18,99 € im Monat in USD abgerechnet. Erstellt aus Bestellungen Rechnungen und Gutschriften, erkennt USt-IDs und OSS-Fälle.
WooCommerce Über Germanized oder German Market Die Rechtstext-Plugins übertragen Bestellungen und Rechnungen. Wer Germanized ohnehin nutzt, hat die Anbindung fast umsonst.
Amazon, eBay, Etsy Nur über Billbee Billbee holt die Aufträge, erzeugt Rechnungen und schiebt sie nach sevDesk. Das kostet ab 9 € extra und ist eine zweite Software mit eigener Logik. Die Marktplatzgebühren werden dabei nicht aufgeschlüsselt.
Shopware, JTL Über den Partner SHOPSY Kostenpflichtige Plugins, JTL steht nicht einmal auf der sevDesk-Integrationsseite.
PayPal, Stripe, Mollie, Klarna PayPal nativ, Stripe über miraclesync, Rest über PayJoe Das eigentliche Problem: Sammelauszahlungen mit abgezogenen Gebühren zerlegt sevDesk nicht selbst. Dafür braucht es ein Tool wie PayJoe, das sich als virtuelle Bank einbindet. Wieder ein Abo.
Automatisierung Make ja, Zapier nein Die REST-API gibt es nur im Pro-Tarif. Zapier führt sevDesk nicht, Make hat ein offizielles Modul.

Positiv für Händler: Das OSS-Verfahren für Verkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern lässt sich auf Rechnungen abbilden, die Meldung selbst musst du aber außerhalb erledigen. Die Differenzbesteuerung für Gebrauchtwaren unterstützt sevDesk ebenfalls. Was fehlt, ist ein automatischer Abgleich von Marktplatz-Abrechnungen, wie ihn BuchhaltungsButler mit seinem E-Commerce-Tarif oder easybill mit direkter Amazon-Anbindung bieten.

Was im Alltag gut funktioniert

Der stärkste Punkt ist die Bedienung. Das Dashboard zeigt Einnahmen, Ausgaben, offene Rechnungen und die voraussichtliche Steuerlast auf einen Blick, die Navigation ist logisch, und die meisten Aufgaben erklären sich selbst. Bei Trustpilot ist „selbsterklärend“ das häufigste Lob, bei Capterra bekommt die Bedienung mit 3,8 die beste Teilnote.

Der Belegscanner hält, was die Werbung verspricht. Ein Foto vom Tankbeleg, und Betrag, Datum, Steuersatz und Lieferant stehen im System, meist mit der richtigen Kategorie. Ein Finanzbuchhalter, der sevDesk 2026 für Mandanten geprüft hat, bescheinigt der Erkennung mit Bankabgleich, dass sie zuverlässig arbeitet. Für Gründer, die Belege bisher in Schuhkartons sammelten, ist das der größte Zeitgewinn.

Der Gratis-Tarif ist ehrlich gemeint. Drei E-Rechnungen im Monat, ohne Zeitlimit und ohne Kreditkarte, mit Kleinunternehmer-Modus und mehreren Layouts. Wer im Nebengewerbe monatlich zwei Rechnungen schreibt, kommt damit dauerhaft aus und erfüllt die E-Rechnungspflicht nebenbei.

Und der Standort: deutsches Unternehmen, deutsche Server, deutschsprachiger Support per Chat, Mail und Telefon, TÜV-geprüfter Datenschutz. Für die Zusammenarbeit mit Steuerberatung und Finanzamt ist das kein Nebenaspekt.

Wo die Grenzen liegen

Die Vertragsbedingungen. 24-Monats-Verträge mit automatischer Verlängerung um 24 Monate und 14 Tagen Kündigungsfrist sind in dieser Preisklasse ungewöhnlich hart. Lexware Office, easybill und Accountable sind monatlich kündbar. Die vielen Einsterne-Bewertungen auf Trustpilot drehen sich zum großen Teil nicht um die Software, sondern um genau diese Klausel.

Rechenfehler in Auswertungen. Mehrere Nutzer berichten 2026 von falsch zugeordneten Posten in der Umsatzsteuervoranmeldung, von Mischkosten, die die EÜR zu 100 Prozent ansetzt, und von Problemen bei Rabatten und Teilrechnungen. Wir konnten das nicht selbst reproduzieren, aber die Häufung ist auffällig. Wer die Voranmeldung ohne Steuerberatung abschickt, sollte die Zahlen vorher gegenprüfen.

Der App-Neubau. Die im Frühjahr 2026 neu entwickelte App hat eine Welle schlechter Bewertungen ausgelöst: weißer Bildschirm nach dem Login, entfernte Funktionen wie Lieferscheine und Angebotsentwürfe. sevDesk räumt das ein und liefert Funktionen schrittweise nach. Wer die App täglich nutzt, sollte vor dem Wechsel die aktuellen Store-Bewertungen lesen, nicht die Gesamtnote.

Support. Freundlich und schnell, aber bei Fachfragen zur Buchhaltung oft überfordert, so beschreiben es OMR-Reviews und Trustpilot gleichermaßen. Ein KI-Agent namens Sevi beantwortet seit 2026 rund um die Uhr Standardfragen. Tickets, die den Bot überfordern, versanden nach mehreren Berichten. Bei Capterra ist der Support mit 3,4 die schwächste Teilnote.

DATEV-Übergabe. Einige Steuerkanzleien lehnen sevDesk-Exporte ab, weil Buchungsschlüssel oder Debitorennummern nicht passen oder Belege fehlen. Andere arbeiten problemlos damit. Kläre vor dem Kauf mit deiner Kanzlei, welchen Exportweg sie akzeptiert. Für GmbHs mit vollständigem Kontenrahmen SKR03 stößt sevDesk an Grenzen, eigene Konten lassen sich nicht anlegen.

Was speziell für den DACH-Raum gilt

Österreich hat eine eigene Website, eine Niederlassung in Wien und den Kontenrahmen SKR07. Die Preise weichen ab: Rechnung 13,90 €, Buchhaltung 24,90 €, Pro 34,90 €. Was fehlt, ist die direkte Übermittlung der Umsatzsteuervoranmeldung an FinanzOnline, sevDesk erstellt nur die Auswertung. Eine Registrierkassen-Funktion nach RKSV gibt es nicht. In der Schweiz ist sevDesk nach eigener Aussage nicht einsetzbar, es gibt keine Franken-Abrechnung, keine QR-Rechnung und keine Schweizer Mehrwertsteuer-Logik.

Was Nutzer über sevDesk sagen

Plattform Bewertung Einordnung
Trustpilot 4,0 / 5 aus 3.753 71 % Fünf-Sterne, 16 % Ein-Stern. Die Einsterne-Texte sind lang und drehen sich um Verlängerung, Support und Rechenfehler. sevDesk antwortet auf fast jede Bewertung.
App Store / Google Play 4,4 / 5 aus 7.786 und 4,5 / 5 aus 2.922 Historisch stark, seit dem App-Neubau im Frühjahr 2026 deutlich schlechtere aktuelle Bewertungen.
OMR Reviews 4,3 / 5 aus 278 Keine neuen Bewertungen seit über einem Jahr, spiegelt den Stand vor der Preisreform.
Capterra 3,6 / 5 aus 39 Bedienung 3,8, Support 3,4, Preis-Leistung 3,4. Kleine Basis, aber die kritischste Plattform.
Shopify App Store 4,3 / 5 aus 48 Bewertet die Partner-App von Appify, nicht sevDesk selbst. Support der App wird gelobt.

Das Muster ist typisch für Software mit Bewertungseinladungen: sehr viele kurze Fünf-Sterne-Texte und ein harter Kern langer Beschwerden. Beim Lesen der Beschwerden fällt auf, dass die meisten nicht die Funktionen betreffen, sondern Vertrag und Support. Die Software selbst wird selbst von Kritikern meist als gut bedienbar beschrieben.

sevDesk im Vergleich zu den Alternativen

Tool Preis netto / Monat Besser als sevDesk, wenn du
sevDesk 0 / 12,90 / 25,90 / 34,90 € Referenz: beste Bedienung, echter Gratis-Tarif, harte Vertragsbindung
Lexware Office 7,90 / 12,90 / 21,90 / 32,90 € monatlich kündigen willst, eine Bilanz brauchst oder Lohnabrechnung im selben System
BuchhaltungsButler ab 29,90 €, E-Commerce ab 54,90 € Amazon, Shopify, Stripe und PayPal direkt anbinden und Gebühren automatisch splitten willst
easybill 0 / 12 / 39 / 45 € auf Marktplätzen verkaufst: Amazon, eBay, Shopify und Versandlabels ab dem Professional-Tarif nativ
Accountable 0 / 9,90 / 19,90 / 29,90 € als Solo-Selbstständiger auch Einkommen- und Gewerbesteuererklärung aus der App abgeben willst
Papierkram 0 / 12,90 / 24,90 / 49,90 € Projekte und Zeiten abrechnest und Wert auf einen kleinen Anbieter legst
WISO MeinBüro Web 10,90 / 19,90 / 39,90 / 69,90 € Lager und Auftragswesen im Tarif statt als Add-on willst, Umsatzgrenzen je Tarif beachten

Alle Preise am 4. September 2026 direkt bei den Anbietern geprüft, netto, ohne befristete Aktionen. Einen ausführlichen Dreiervergleich findest du in unserem Beitrag Lexware Office vs. sevDesk vs. BuchhaltungsButler.

Für wen sich sevDesk lohnt

Gut geeignet, wenn du als Freelancer, Berater oder Handwerker Rechnungen schreibst und Belege sammelst, wenn du ohne Buchhaltungswissen startest und die Software dich führen soll, wenn deine Steuerberatung mit dem DATEV-Buchungsdatenservice arbeitet oder wenn du als Kleinunternehmer erst einmal nur den Gratis-Tarif brauchst.

Eher ungeeignet, wenn du auf Amazon, eBay oder Etsy verkaufst und die Abrechnungen automatisch aufgeschlüsselt haben willst, wenn du als GmbH einen vollständigen Kontenrahmen und den Jahresabschluss im System brauchst, wenn du monatlich kündigen können musst oder wenn du in der Schweiz sitzt.

Unser Fazit

sevDesk ist die Buchhaltung, mit der man am schnellsten von Word-Rechnungen und Schuhkarton auf ein sauberes System kommt. Die Bedienung ist vorbildlich, der Belegscanner ist wirklich gut, die E-Rechnung ist in allen Tarifen drin, und der Gratis-Tarif löst das Einsteigerproblem, ohne dass ein Cent fließt.

Was die Bewertung bei 3,7 hält, sind drei Dinge: Vertragsbedingungen, die in dieser Preisklasse niemand sonst so hart formuliert, ein Support, der bei echten Buchhaltungsfragen an seine Grenzen kommt, und eine E-Commerce-Anbindung, die für Marktplatzhändler aus Partner-Apps, Billbee und PayJoe zusammengesteckt werden muss. Dazu kommt die Preisreform von 2025, die Bestandskunden bei der Verlängerung 25 bis 45 Prozent mehr kostet.

Unsere Empfehlung: Starte im Gratis-Tarif oder mit der 14-Tage-Testphase, lade deine echten Belege hoch und lass deine Steuerberatung einen Export prüfen, bevor du buchst. Wenn du dann kaufst, nimm die monatliche Laufzeit oder höchstens zwölf Monate, und trag dir den Kündigungsstichtag sofort in den Kalender ein. Die sechs Euro Ersparnis des Zweijahresvertrags sind die Bindung nicht wert.

sevDesk selbst ausprobieren

14 Tage mit allen Funktionen, ohne Kreditkarte. Danach landest du automatisch im Gratis-Tarif mit drei E-Rechnungen im Monat. Kein Abo, kein Zeitlimit.

Kostenlos testen

Kein Affiliate-Link. Wir verdienen an dieser Empfehlung nichts.

Häufige Fragen zu sevDesk

Ist sevDesk wirklich kostenlos?

Ja, der Tarif „Kostenlos“ läuft ohne Zeitlimit und ohne Kreditkarte. Du kannst damit drei Rechnungen oder E-Rechnungen im Monat schreiben, unbegrenzt Kontakte und Artikel anlegen und die Kleinunternehmerregelung nutzen. Belegerfassung, Banking, Umsatzsteuervoranmeldung und EÜR gibt es erst ab dem Tarif Buchhaltung für 25,90 € netto im Monat.

Was kostet sevDesk im Monat?

Die Listenpreise sind 12,90 € für Rechnung, 25,90 € für Buchhaltung und 34,90 € für Buchhaltung Pro, jeweils netto und in allen Laufzeiten gleich. Neukunden bekommen befristete Rabatte, im September 2026 waren es 50 Prozent für drei Monate bei monatlicher Zahlung und 70 Prozent für zwölf Monate bei 24 Monaten Bindung. Danach gilt der volle Preis.

Wie kündige ich sevDesk?

Im Konto unter Benutzer, Tarif, „Tarif kündigen“ oder per Mail an den Support. Die Frist beträgt 14 Tage vor Ende der Laufzeit. Wer sie verpasst, verlängert automatisch um die ursprünglich gebuchte Laufzeit, bei einem Zweijahresvertrag also um weitere 24 Monate. Deine Daten bleiben nach der Kündigung noch drei Monate abrufbar.

Funktioniert sevDesk mit Shopify und Amazon?

Shopify ja, über Partner-Apps aus dem Shopify App Store ab 0 € bis 18,99 € im Monat. Amazon, eBay und Etsy nur über Billbee als Zwischenschicht, sevDesk selbst hat keine Marktplatz-Anbindung. Marktplatz- und Zahlungsgebühren werden dabei nicht automatisch aufgeschlüsselt, dafür braucht es ein weiteres Tool wie PayJoe.

Kann sevDesk E-Rechnungen?

Ja. E-Rechnungen im ZUGFeRD- und XRechnung-Format erstellst du in allen Tarifen, auch im kostenlosen, aus demselben Formular wie normale Rechnungen. Das Empfangen und automatische Auslesen fremder E-Rechnungen ist ab dem Tarif Buchhaltung enthalten.

sevDesk oder Lexware Office: Was ist besser?

sevDesk hat die modernere Oberfläche, den besseren Belegscanner und einen echten Gratis-Tarif. Lexware Office ist ab 7,90 € günstiger im Einstieg, monatlich kündbar, kann Bilanz und Lohnabrechnung und hat das größere Ökosystem. Wer sich nicht binden will oder eine GmbH führt, fährt mit Lexware besser. Wer vor allem einfach bedienbar buchen will, mit sevDesk.

Ist sevDesk GoBD-konform und DSGVO-sicher?

sevDesk arbeitet nach den GoBD-Grundsätzen mit unveränderbaren Belegen, Verfahrensdokumentation und Betriebsprüferzugang, weist aber selbst darauf hin, dass es keine amtliche GoBD-Zertifizierung für Software gibt. Die Daten liegen bei Amazon Web Services in Deutschland, der Datenschutz ist vom TÜV Saarland geprüft. Als deutsches Unternehmen unterliegt sevDesk direkt der DSGVO.

Weitere Tools

sevDesk

3,7 / 5

Die zugänglichste Buchhaltung für Solo-Selbstständige, mit echtem Gratis-Tarif und sehr gutem Belegscanner. Abzüge für die automatische Verlängerung um 24 Monate, Support ohne Fachtiefe und eine Marktplatz-Anbindung nur über Partner.

Preis: Gratis-Tarif · bezahlt ab 12,90 €/Monat