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easyShop: Was der neue Marktplatz kostet und wer rein darf

von Dominik Reuter | Okt. 15, 2026

easyShop: Was der neue Marktplatz kostet und wer rein darf

Seit dem 13. Oktober gibt es einen neuen Online-Marktplatz in Europa: easyShop. Er ist in 21 Ländern gestartet, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Hinter der Marke steht easyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou, betrieben wird der Marktplatz von OnCommerce, dem Unternehmen hinter dem britischen Marktplatz OnBuy.

Laut ChannelX verkaufen bereits einige hundert Händler dort. Vor Black Friday und dem Weihnachtsgeschäft sucht easyShop weitere. Bevor du dich anmeldest, lohnt ein Blick auf zwei Dinge: was es kostet und wer überhaupt reinkommt.

Wie easyShop funktioniert

easyShop hält keine eigene Ware und verkauft keine Eigenmarken. Jedes Produkt stammt von einem Händler. OnCommerce-Chef Cas Paton verspricht, easyShop werde nie gegen die Händler verkaufen, die dort anbieten.

Mit einem Verkäuferkonto erreichst du alle 21 Länder. Du wählst aus, in welche du lieferst, und legst Bestand, Preise und Versand pro Land fest. Eine eigene Firma in jedem Land brauchst du nicht, die Umsatzsteuer berechnet die Plattform laut Betreiber automatisch.

Käufern verspricht easyShop kostenlose Lieferung bei Millionen Artikeln, Prämien bei jedem Einkauf, flexible Zahlungsarten und verifizierte Bewertungen.

Was der Verkauf kostet

In der Pressemitteilung nennt der Betreiber keine Gebühren, darauf weist der Händlerbund hin. Auf der Verkäuferseite von OnCommerce stehen sie aber. Sie gelten einheitlich für alle Marktplätze im OnCommerce-Netzwerk.

  • ein Monatsabo ab 29 Euro (Standard), dazu die Stufen Partner für 79 Euro und Professional für 299 Euro
  • eine Provision je nach Kategorie: 15 Prozent für die meisten Produkte, 13 Prozent für Werkzeug und Heimwerken, 7 Prozent für Elektronik, 20 Prozent für Schmuck
  • keine Gebühren fürs Einstellen von Artikeln und keine Mindestlaufzeit, das Abo läuft jeweils 30 Tage

Ein Detail, das du in deine Kalkulation aufnehmen solltest: Die Provision fällt auf den Gesamtpreis an, Versandkosten eingeschlossen. Bei einem Produkt für 30 Euro plus 4,90 Euro Versand sind das in der Standardkategorie rund 5,24 Euro. Dein Geld wird etwa sieben Tage nach dem erwarteten Lieferfenster freigegeben.

Wer reinkommt

Hier wird es für Einsteiger eng. OnCommerce verlangt bei der Anmeldung unter anderem:

  • einen Link zu einer bestehenden Verkaufsplattform mit mindestens 50 Bewertungen und einer Note zwischen 4,5 und 5 Sternen
  • einen Barcode (EAN, UPC oder ISBN) für jedes Produkt
  • eine Lösung für Rücksendungen in jedem Land, in das du lieferst
  • Gewerbenachweis, Ausweis und Kontoauszüge der letzten drei Monate

Neue Verkäufer starten außerdem mit höchstens 2.500 Angeboten, das Limit steigt mit dem Umsatz.

Ein frisch gestarteter Dropshipping-Shop ohne Bewertungen kommt damit vorerst nicht rein. Auch die Barcodes sind eine Hürde: Viele Produkte aus China haben keine eigene EAN, und wer sie unter eigenem Namen verkauft, muss sie selbst besorgen.

Lohnt sich der Kanal?

Das hängt vor allem davon ab, ob Käufer kommen. Der Händlerbund merkt an, dass die Pressemitteilung weder Käuferzahlen noch Marketingpläne nennt. Für einen Marktplatz, der erst seit wenigen Tagen online ist, lässt sich das noch nicht seriös beurteilen.

Für Händler, die die Hürden schon nehmen, ist das Risiko überschaubar. Das Abo lässt sich monatlich kündigen, und Shopify, PlentyONE (früher Plentymarkets) sowie mehrere Channel-Tools lassen sich laut OnCommerce anbinden.

Ein Punkt, den du nicht unterschätzen solltest: Dass die Plattform die Umsatzsteuer berechnet, heißt nicht automatisch, dass deine eigenen Pflichten im Ausland wegfallen. Gerade bei der Schweiz und bei Verkäufen in mehrere EU-Länder solltest du vorher mit deinem Steuerbüro sprechen.

Was du jetzt tun kannst

Prüf zuerst, ob du die Voraussetzungen erfüllst: 50 gute Bewertungen auf einer bestehenden Plattform und Barcodes für deine Produkte. Wenn ja, starte im Standardtarif mit fünf bis zehn Bestsellern und nur in Deutschland und Österreich. Rechne vorher durch, ob deine Marge die 15 Prozent auf Preis und Versand verträgt.

Erfüllst du sie noch nicht, sammle zuerst Bewertungen im eigenen Shop oder auf einem etablierten Marktplatz. easyShop läuft dir nicht weg, und bis dahin weißt du auch, ob dort tatsächlich gekauft wird.

Dominik Reuter

Dominik Reuter

Ich verbinde akademisches Fundament (B.Sc. E-Commerce, THWS Würzburg-Schweinfurt) mit echter Praxis-Erfahrung. Durch eigene Launches und die Arbeit mit Top-Marken verstehe ich die Herausforderungen moderner Webshops – von der UX bis zum Fulfillment. Datengetrieben, strategisch, umsetzungsstark.