Was ist die Bruttomarge? Definition und Berechnung
Die Bruttomarge ist der Anteil vom Umsatz, der nach Abzug des Wareneinsatzes übrig bleibt. Sie zeigt, wie viel Spielraum ein Produkt für Werbung, Versand, Personal und Gewinn lässt, und ist damit die wichtigste Kalkulationsgröße im Handel.
Gerechnet wird sie als Umsatz minus Wareneinsatz, geteilt durch den Umsatz. Verkaufst du ein Produkt für 100 Euro netto, das dich im Einkauf 40 Euro kostet, beträgt die Bruttomarge 60 Prozent.
Marge und Aufschlag sind nicht dasselbe
Hier entsteht der häufigste Rechenfehler. Der Aufschlag bezieht sich auf den Einkaufspreis, die Marge auf den Verkaufspreis. Ein Aufschlag von 100 Prozent auf 40 Euro Einkauf ergibt 80 Euro Verkaufspreis und damit eine Marge von 50 Prozent, nicht 100 Prozent. Wer beides verwechselt, kalkuliert sein Werbebudget systematisch zu hoch.
Was in den Wareneinsatz gehört
Neben dem reinen Einkaufspreis zählen Transportkosten bis ins Lager, Zölle, Einfuhrabgaben und Verpackung dazu. Bei Importware kommen je nach Incoterm weitere Positionen hinzu. Wer nur den Rechnungsbetrag des Lieferanten ansetzt, überschätzt seine Marge oft um mehrere Prozentpunkte.
Von der Bruttomarge zum Werbebudget
Aus der Bruttomarge leitest du ab, was ein Kunde kosten darf. Ziehst du vom Rohertrag noch Versand, Zahlungsgebühren und die erwarteten Retouren ab, erhältst du den Deckungsbeitrag. Dieser Betrag ist die Obergrenze für deinen CPA, wenn eine Bestellung sich sofort rechnen soll.
Produkte mit niedriger Bruttomarge lassen sich deshalb kaum über bezahlte Werbung skalieren. Sie funktionieren über Wiederkäufe, hohe Warenkorbwerte oder organische Kanäle.
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