Was sind Incoterms? Definition
Incoterms sind standardisierte Lieferklauseln der Internationalen Handelskammer. Sie regeln zwischen Käufer und Verkäufer, wer Transport und Versicherung bezahlt, wer die Zollformalitäten übernimmt und an welchem Punkt die Gefahr des Verlusts auf den Käufer übergeht. Die aktuelle Fassung sind die Incoterms 2020.
Sie sind keine Gesetze, sondern werden durch Vereinbarung Vertragsbestandteil. Wirksam werden sie nur, wenn die Klausel samt Ort und Fassung genannt ist, etwa FOB Shanghai Incoterms 2020.
Die für Importeure wichtigsten Klauseln
EXW (Ab Werk) verlagert praktisch alles auf dich: Abholung, Transport, Ausfuhr- und Einfuhrabfertigung. Die Klausel wirkt im Angebot günstig, verursacht aber hohe Nebenkosten.
FOB (Frei an Bord) bedeutet, dass der Lieferant die Ware verladen und ausgeführt an Bord des Schiffes bringt. Ab dort trägst du Kosten und Risiko. FOB ist im Import aus Asien verbreitet, weil die Aufgaben klar getrennt sind.
DDP (Geliefert verzollt) verpflichtet den Lieferanten zu allem einschließlich Einfuhrverzollung. Das klingt bequem, birgt aber ein Problem: Formal muss der Anmelder in der EU ansässig sein, und die Einfuhrumsatzsteuer läuft dann nicht über dein Konto, wodurch dir der Vorsteuerabzug fehlen kann.
Was Incoterms nicht regeln
Sie bestimmen weder Eigentumsübergang noch Zahlungsbedingungen, Gewährleistung oder anwendbares Recht. Diese Punkte müssen separat vereinbart werden.
Relevanz im Dropshipping
Wer Ware direkt aus Drittländern an Endkunden liefern lässt, sollte klären, wer als Einführer auftritt. Wird der Endkunde zum Anmelder, erhält er Nachforderungen vom Zusteller. Das IOSS-Verfahren vermeidet diesen Fall bei Sendungen bis 150 Euro Sachwert.
Dieser Eintrag erklärt den Begriff und ersetzt keine Steuerberatung.
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